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Shakira statt Shaqiri

Die kolumbianische Weltpopsängerin holte am Freitag ihr verschobenes Zürcher Konzert nach.

Entfesselt: Shakira auf ihrer «El Dorado World Tour». Foto: Keystone
Entfesselt: Shakira auf ihrer «El Dorado World Tour». Foto: Keystone

Die Musik schwillt an, bis sie Arena-Pop-Grösse erreicht hat, und man sieht begleitend auf den Videowänden Schwarz-Weiss-Impressionen aus dem Familienfotoarchiv: Shakira als Bébé, als jugendliche Sängerin, die zunächst jahrelang erfolglos war, und es dann doch zum globalen Popstar schaffte. Die Bilder wechseln nun rasend, bis der Titel ihres ersten Karrierehits zu vernehmen ist: «Estoy Aquí», ich bin da.

Denn ja: Shakira, die dann leibhaftig die Bühne betritt, hat es tatsächlich nach Zürich geschafft. Ihre «El Dorado World Tour» musste sie wegen einer Stimmbandverletzung um ein halbes Jahr verschieben, und sowieso kämpfte die Kolumbianerin nach der Geburt ihres zweiten Kindes mit einer kreativen Krise. Aber sie nahm dann doch neue Songs auf, die sie auf dem Album «El Dorado» gesammelt hat. Diese zeitgemäss aufgebrezelten Songs – hier der Reggaeton von «Perro Fiel», dort das schmissige «Me Enamoré» – zählen im ersten Teil des Konzerts zu den besten, ausgelassensten Momenten. Denn hier ist zu hören, dass die 41-jährige Shakira ein genaues Ohr für die Gegenwart der verschiedensten Latin-Pop-Strömungen hat – und nicht einfach eine berufsjugendliche Trendsurferin ist.

Natürlich ist sie, wie sie erzählt, wegen «dem Vertrauen» ihrer Fans, die ja auch ihre Freunde sind, hier. Und diese will und kann sie nicht enttäuschen: Begleitet von einer fünfköpfigen Band, ringt sie sich ein aufwendiges Showprogramm ab, auch wenn ihre vibrierende Stimme dem nicht immer gewachsen scheint. Vorab in den bewegungsintensiven Songs ist nie ganz sicher, wo denn nun Shakiras Gesang aufhört und schon eine unterstützende Playbackspur beginnt.

Aber es gibt ja noch grandiosen Glitzerkonfettiregen zu bestaunen, es gibt Flammen, Feuerwerk, und es gibt vor allem Shakira, die Performerin. Die ihre Hüfte und Lockenpracht kreisen lässt, ins Publikum winkt und lacht, und es mit «Jump»-Rufen motiviert, ehe sie weiter rennt. Über die Bühne, und den Laufsteg, der in die Halle ragt.

Wenn sie Ruhe sucht, krallt sie sich eine Gitarre, stimmt ihre Balladen der Kraft und der Liebe an, lässt über die Leinwände Gaststars singen, mit denen sie Duette teilt: den jungen Kolumbianer Maluma beispielsweise oder den aktuellen WM-Hymnensänger Nicky Jam. Oder sie geht hinter die Bühne, wechselt die Garderobe und lässt dem Publikum in der Zwischenzeit Filme zeigen: Eine animierte Göttergeschichte etwa (worauf sie als Bauchtänzerin zurückkehrt und ihren Welthit «Whenever, Wherever» gibt), oder eine Sequenz, der auch ein Unicef-Werbespot sein könnte (und für Shakiras eigenes Bildungsprojekt wirbt).

Die WM im Hallenstadion

Und dann gibt es noch einen Film zu sehen, in dem der Star des Abends im gelben Wasser taucht, das Publikum jubelt in diesem dramatischen Moment, nicht wegen Shakira, weil es stimmt nun «Hopp Schwiiz»-Rufe an, und die Nachricht macht die Runde, dass die Schweiz gewonnen hat. Shaqiri statt Shakira – zumindest für kurze Zeit.

Aber diese Publikumsintervention passt zu einem Abend, an dem Shakira ihren Liebsten, den spanischen Weltmeister Piqué, mit einem effektvoll eingefangenen Familienfoto grüsst – und später ihren WM-2010-Song «Waka Waka (This Time for Africa)» gibt. Und als sich die Show, die allzu viele Volten schlägt, dem Ende zuneigt, taucht Shakira mitten in der Halle auf, bahnt sich dann den Weg durch ihre Fans, die sie herzt und umarmt. Ja, sie ist da. Und nur um das gehts.

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