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Skandalrapper gab sich wie Karel Gott

Der als böser Junge verschriene Bushido gab in Zürich ein perfekt einstudiertes, locker aus dem Ärmel geschütteltes Konzert.

Nach jedem Lied ein «Dankeschön»: Der deutsche Rapper Bushido.
Nach jedem Lied ein «Dankeschön»: Der deutsche Rapper Bushido.
Keystone

Es geht hier sehr gesittet zu, in dieser ausverkauften Halle. Das ist das Erste, was einem am Dienstagabend im X-tra in Zürich auffällt. Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn ist das Parkett gut gefüllt mit plaudernden Jugendlichen und Frühzwanzigern. Als das Konzert dann überpünktlich um 21 Uhr beginnt, setzt Johlen und Kreischen ein. Die Darbietung wird von A bis Z, über die kompletten zwei Stunden, von den Zuschauern getragen. Eigentlich ist es mehr ihr Konzert: Sie rappen die Texte mit, sie setzen sich auf Geheiss der Zeremonienmeister, die das Spiel immer wieder ankurbeln, vor Wien an die Spitze der Rangliste des lautesten Publikums auf Bushidos «Deutschlandtournee». Die Faszination für diesen Rapper, der in einfachsten Versschemata aus seinem Leben berichtet, seine Enttäuschung in ganz direkte Worte verpackt und alles in mit Streichern versetzten volksliedartigen Refrains münden lässt, scheint auch nach acht Jahren Ruhm und bald neun Soloalben praktisch ungebrochen. Musikalisch hat sich wenig getan.

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