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Wowereit will Rapper Bushido wegen Hasstirade anzeigen

«Du Schwuchtel wirst gefoltert»: Mit dieser und ähnlichen Songzeilen hat der Rapper Bushido in Deutschland zahlreiche Politiker beleidigt und bedroht. Diese sehen das Lied als Aufruf zu Gewalt und Mord.

Diesen Preis möchten Politiker Bushido entziehen: Der Rapper mit dem Integrations-Bambi. (10. November 2011)
Diesen Preis möchten Politiker Bushido entziehen: Der Rapper mit dem Integrations-Bambi. (10. November 2011)
Alex Domanski, Reuters

Der deutsche Rapper Bushido muss wegen schwulenfeindlicher Passagen und Gewalt-Aufrufen in seinem neuen Lied mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit werde Strafanzeige stellen, kündigte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski an.

«Wir prüfen nicht nur rechtliche Schritte, der Regierende Bürgermeister erstattet Strafanzeige in dieser Sache», sagte Schodrowski. Zuvor hatte die «Bild«-Zeitung darüber berichtet.

Aufruf zu Mord

Auch der integrationspolitische Sprecher der FDP, Serkan Tören, will nach Informationen der «Berliner Morgenpost» einen Strafantrag stellen. «Das Video ist voller Hass, ich verstehe es so, dass es zu einem Mord aufruft», wurde Tören zitiert.

In Bushidos gemeinsamem Song mit Rapper Shindy «Stress ohne Grund» werden auch die Namen des Comedian Oliver Pocher und der Grünen-Politikerin Claudia Roth genannt. Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft das Lied bereits.

«Bushido hat die Grenzen des Rechts überschritten: Sein Song ist ein eindeutiger Aufruf zu Gewalt und Mord», sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der «Bild am Sonntag». Sie forderte die Staatsanwaltschaft zu Mordermittlungen auf. Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour sprang den Geschmähten bei und lästerte über Bushido. «Wer als Musiker so wenig Talent hat, muss zu solchen fragwürdigen Mitteln greifen», sagte Nouripour zu AFP.

Jede Grenze überschritten

FDP-Parlamentsgeschäftsführer Jörg van Essen erklärte, die gesamte Fraktion stehe hinter dem Abgeordneten Tören. «Wir stehen für die freie Entfaltung von Kunst und Kultur, aber hier ist jede Grenze überschritten», kritisierte van Essen.

In dem Musikvideo sagt Bushido den Satz: «Ich will, dass Seran Tören ins Gras beisst.» An einer anderen Stelle heisst es: «Ich schiess auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz.» Ausserdem rappt Bushido: «Du Schwuchtel wirst gefoltert.»

Bushido bringt sich immer wieder durch provozierende und als gewaltverherrlichend empfundene Äusserungen ins Gerede. Zuletzt sorgten Medienberichte über fragwürdige Geschäftsbeziehungen für Aufsehen. Positivere Schlagzeilen machte Bushido, als ihn der Burda-Verlag im Jahr 2011 mit dem Integrations-Bambi ehrte.

Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck forderte den Burda-Verlag auf, dem Rapper den Bambi wieder wegzunehmen. «Wenn Burda den Integrations-Bambi nicht zurückzieht, ist dieser Preis nur noch für die Tonne gut», sagte Beck zu «Handelsblatt Online». Burda müsse sich «von den Mordaufrufen Bushidos distanzieren».

sda/AFP/mw

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