Der «Goalie» verlängert um eine Saison

Konzert Theater Bern nimmt Pedro Lenz’ «Der Goalie bin ig» wieder auf. In der letzten Spielzeit war jede Vorstellung ausverkauft – paradoxerweise war dies die Folge einer Fehlplanung.

Schöne Tristesse: Die Flocken sind aus Kunststoff, die Schneemänner echt. Und Jonathan Loosli war letzte Saison als «Goalie» ein echter Renner.

Schöne Tristesse: Die Flocken sind aus Kunststoff, die Schneemänner echt. Und Jonathan Loosli war letzte Saison als «Goalie» ein echter Renner.

(Bild: A. Boutellier)

Michael Feller@mikefelloni

23'000 Exemplare von Pedro Lenz’ berndeutschem Roman «Der Goalie bin ig» gingen bis heute über den Ladentisch. Der Kassenschlager über den so liebenswert wie grossmäulig monologisierenden Junkie machte den Langenthaler Lenz zum erfolgreichsten Schweizer Mundartautor.

Was liegt näher, als diese Milieutragödie weiter zu verwerten? Die Verfilmung von Sabine Boss kommt demnächst in die Kinos, und bereits letzte Saison hat Konzert Theater Bern die Geschichte auf die Theaterbühne gebracht, als Solostück mit Jonathan Loosli, damals in der Studiobühne Vidmar2, die rund 100 Zuschauer fasst. Die Theaterkarten gingen weg wie frische Semmeln. Alle 14 Vorstellungen und Zusatzvorstellungen waren in wenigen Tagen ausverkauft.

Erfolgreichstes Stück

Mit seiner 100-Prozent-Auslastung war «Der Goalie bin ig» die erfolgreichste Produktion der Saison. Alles super – wenn da nicht der fade Beigeschmack wäre, dass dem Erfolg eigentlich eine Fehlplanung zugrunde liegt. Konzert Theater Bern muss sich die Frage gefallen lassen, weshalb es einen derart erfolgreichen lokalbezogenen Roman in ihrem kleinsten Saal vertheatert hat – wenn sie in der grösseren Vidmar1 fast dreimal so viele Gäste pro Vorstellung hätte erreichen können. «Es ist sinnvoll, ein Solostück, dazu eine solch berührende Mundarterzählung, erst einmal in einem intimen Rahmen zu planen», sagt Schauspieldirektorin Iris Laufenberg. Mit demselben Stück 270 statt nur 100 Sessel zu füllen, macht finanziell einen Unterschied. Dessen ist man sich auch bei Konzert Theater Bern inzwischen bewusst geworden: Der Goalie spielt in der zweiten Spielzeit nun in der Vidmar1 – neu mit Theaterschnee und spezieller Bestuhlung, die auch hier einen intimen Rahmen zulässt. Doch auch wenn Jonathan Loosli den «Goalie» im grösseren Saal spielt, gilt: Die Semmeln bleiben heiss, und die Tickets sind schnell weg.

Berner Zeitung

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