«Da kann ich mir eine Taille schnüren»

Susanne Kunz' Kunstfigur Elsbeth kehrt zurück: Mit «Elsbeth! – eine Tischbombe reitet aus» gibt es nun eine Fortsetzung.

Als Elsbeth unterwegs: Susanne Kunz.

Als Elsbeth unterwegs: Susanne Kunz.

(Bild: zvg)

Man sagt, die persönliche Internetseite sei wie eine Visitenkarte. Ihre ist wahnsinnig interaktiv, poppig und schillernd. Sind Sie selbst so?
Ich würde schon sagen, dass mich meine Seite im Netz sehr gut repräsentiert. Sie ist farbig, aber auf schwarzem Grund. Das Schwarz symbolisiert für mich die Nacht, die auf mich sehr inspirierend wirkt. Man muss halt ein wenig suchen, bis man alle Informationen findet und alle Facetten erkennt. Meine Seite offenbart nicht alles auf den ersten Blick. Das passt so schon sehr gut zu mir.

Sie haben Ihre Stimme Kosmetikherstellern geliehen und unter anderem eine hautstraffende Body-Lotion beworben. Gehört das für Sie zum Modell «finanzielle Unabhängigkeit»?
Tatsächlich habe ich dieses Angebot in einer Zeit angenommen, in der ich keine Festanstellung hatte. Und schliesslich habe ich ja nicht meinen Kopf hergegeben! Es ist nichts Verwerfliches dahinter, für Kosmetikprodukte zu werben. Ich benutze solche Produkte jedoch selbst nicht. Jedenfalls noch nicht.

Sie galten in der Medienwelt immer als anders und etwas verrückt, aber Ihr erotisches Kapital haben Sie nie zum Thema gemacht. Wie fühlt es sich an, auf der Bühne eine blonde Bombshell zu verkörpern?
Das ist etwas sehr Gutes! Da kann ich mir eine Taille schnüren, die sonst so nicht vorhanden ist. Corsage sei Dank! Man kann sich alles zurechtmodellieren: die Brüste, Hüften. Ich trage sogar goldene Leggings! Das würde ich privat höchstens für eine Technoparty anziehen, aber da gehe ich nicht mehr so oft hin. Und im Supermarkt wäre ein solches Outfit wohl etwas gar schrill.

In Ihrem zweiten Bühnenprogramm geht es um sogenannte Instant-Promis, also Menschen, die ebenso schnell, wie sie berühmt wurden, auch schon wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Sie persönlich kennen das nicht, sind Sie doch als 19-Jährige in die Medienwelt eingestiegen und immer noch präsent.
Ich hatte das Glück, bei «OOPS!» während dreier Jahre eine Lehrzeit fernab vom Massenpublikum zu geniessen. Ich probierte mich als Moderatorin aus, durfte Fehler machen und eigene Erfahrungen im Umgang mit Medien sammeln. Dabei lernte ich auch, inwiefern ich mich als bekannte Person abgrenzen will. Das ist mein Fundament - und es hält bis heute.

Elsbeth war eine optisch eher unauffällige Hausfrau, die ihre Memoiren niedergeschrieben hat und über Nacht zum Promi wurde. Nun ist sie ein funkelndes Cowgirl. Hat Elsbeth die Bodenhaftung verloren?
Elsbeth hat ihre Probleme schon immer auf kreative Art und Weise versucht zu lösen. Zum Beispiel hat sie überforderten Müttern in ihrer Nachbarschaft Medikamente verteilt und war selbst davon abhängig. Als ihre Biografie zum Bestseller wurde, hat sie Showbusiness-Blut geleckt. Dessen ungeschriebene Gesetze haben sie in die ein oder andere Falle tappen lassen. Auf einmal hat Elsbeth Fans. Ihnen gegenüber fühlt sie sich verpflichtet, gerade auch optisch etwas bieten zu können. Sie hat einen vermeintlich starken Manager im Rücken und will es ihm und allen anderen recht machen. Mittlerweile habe ich zu Elsbeth eine starke Bindung. Ihr Dilemma kann ich nachvollziehen, und ich weiss: Sie hat ein gutes Herz. Elsbeth ist mein Alter Ego!

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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