Zum Hauptinhalt springen

Der Kampf um das Herz der Wirtin

Spaghetti, Rotwein und liebestolle Männer: Mit dem Freilichttheater «Mirandolina» bringt das Theater Belp ein Stück Florenz des 18. Jahrhunderts in den Schlossgarten.

Zuerst ist es schwierig, im Schlossgarten in Belp zwischen der Bühne und dem Publikumsbereich einen Unterschied zu finden. Auf dem Kiesplatz hinter dem Schloss stehen mehrere ­Tische und Bänke. Auf den meisten Plätzen sitzen Gäste, die vor dem Beginn der Aufführung noch einen Teller Spaghetti essen und ein Glas Rotwein trinken.

Ein paar Stühle bleiben jedoch leer, bis um 20.15 Uhr eine Mandoline ertönt und die Gespräche zwischen den Zuschauern langsam verstummen. Dieser Teil des Gartens ist nämlich Schauplatz des Freilichttheaters und stellt das Gasthaus dar, in dem das Stück «Mirandolina» spielt. Die neue Produktion des Theaters Belp wird noch bis zum 7. Juli auf­geführt.

Gemütliche Atmosphäre

«Mirandolina» ist der Name der Wirtin, die sich um eine kleine Locanda in Florenz kümmert. Durch ihre aussergewöhnliche Art und ihre Schönheit wirbelt sie die Männerwelt gehörig durcheinander. Der Kellner Fabrizio, ein verarmter Marchese und ein ­reicher Conte sowie auch die ­Dienerin des Cavaliere di Ripafratta wollen ihr Herz erobern.

Letzterer ist der einzige Gast, der überhaupt kein Interesse an der Wirtin hat, im Gegenteil. Der ­Cavaliere ist ein ewiger Junggeselle und Frauenhasser, der sich über die Verliebtheit der anderen Männer in der Gaststube lustig macht.

«Die Komödie von Carlo Goldoni eignet sich perfekt für diese Location», sagt Regisseur und Co-Präsident des Theaters Belp Peter E. Wüthrich. Er hat die von Peter Leu geschriebene Fassung für das Freilichttheater umgeschrieben und dabei vor allem versucht, den grossen Balkon des Schlosses einzubauen.

Dank dem Balkon konnte er die ursprünglich vier Bühnenbilder auf nur eines reduzieren. «Mir war es einfach wichtig, eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen», so Wüthrich weiter. Er möchte ­erreichen, dass sich die Besucher wie zu Hause in ihrem eigenen Garten fühlen.

Schön und gerissen

Im Verlaufe des italienischen Lustspiels stellt sich heraus, dass Mirandolina keine unschuldige Schönheit ist, sondern eine ge­rissene Frau. Sie versucht, den gefühlskalten Cavaliere zu umwerben, nur um sich am Ende für einen anderen Mann zu entscheiden. Bei ihren Spielchen wird die Wirtin unterstützt von zwei ­anderen Frauen, die sich als Adelige ausgeben, in Wahrheit jedoch Schauspielerinnen sind.

Mirandolina, ihre Angestellten und die Gäste der Locanda sorgen für ­jede Menge humorvolle Situationen, die beim Publikum für Erheiterung sorgen. «Schönes Wetter und etwas zum Lachen machen für mich ein Sommertheater aus», sagt Peter E. Wüthrich.

Zum Abschluss der amüsanten Liebesgeschichte spielt die Mandolistin noch ein letztes Lied. Darauf folgt ein kräftiger Applaus des Publikums.

Informationen, Spieldaten und Reservationen: theaterbelp.ch.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch