«Federer sagte ‹Too Late Show› wegen Wimbledon ab»

Nach einer chaotischen letzten Show im Stadttheater vor einem Jahr zieht die «Too Late Show» in die KaWeDe weiter: Warum diesmal kein grosser Namen unter den Talkgästen ist.

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Sibylle Hartmann@sibelhartmann

«Smoke on the Water»: Unter diesem Motto nach dem gleichnamigen und wohl berühmtesten Song der Musikgeschichte von Deep Purple kehrt die «Too Late Show» nach einem Jahr zurück. Schon vor der Premiere in der Ka-We-De am Samstag klotzt die Berner Late-Night-Show mit dem Stevie-Wonder-Zitat «Selten was besseres gesehen».

Ein Satz, der so gar nicht zur letzten Ausgabe passt, die damals zum dritten Mal im Stadttheater stattfand. Sidekick Matto Kämpf zog seine Monologe endlos in die Länge. Showmaster Dominik Gysin schien schlecht vorbereitet auf die Interviews. Talkgast und Psychoanalytiker Peter Schneider ass demonstrativ gelangweilt ein Schnitzel.

«Ja, in der der zweiten Hälfte ist mir das Ganze komplett entglitten, gopferdelli,» gibt Gysin zu. Der Versuch, alle Gäste gleichzeitig auf die Bühne zu stellen, habe in einem Riesen-Gschnurr gemündet. «Aber ich habe dazugelernt.» So eine Show könne wegen des grossen Improvisationsanteils leicht auseinanderfallen, sagt der Moderator.

Der Umzug vom Stadttheater

in die Ka-We-De habe aber nichts damit zu tun. Die Show sei den internen Querelen um den abrupten Abgang von Generalintendant Stephan Märki vor einem Jahr zum Opfer gefallen. «Wenn das Stadttheater einst wieder anklopft, sind wir natürlich offen.» Nun gilt es erst einmal, das Publikum in der Badi zu bespassen. Auch wenn dieses Mal keine grossen Namen auf der Talkgästeliste stehen.

So ist etwa die Sängerin Christine Hasler von Lia Sells Fish eingeladen. An Grössen wie Franz Hohler oder Adolf Ogi seien sie jeweils durch Zufall geraten, erzählt Gysin. Und um ein Haar hätte die bevorstehende Show mit dem wohl bekanntesten Schweizer weltweit Geschichte geschrieben.

«Ich habe vor kurzem mit Roger Federer einen Werbespot gedreht und ihn angefragt», plaudert Gysin aus dem Nähkästchen. «Wegen Wimbledon musste er jedoch absagen», erzählt er todernst. Dabei hätte Federer vor der Show bestens auf den Tennisplätzen direkt neben der Ka-We-De trainieren können. Aber auch ohne Roger bleibt zu hoffen, dass der Talkmaster und seine Crew zur ursprünglichen Form zurückfinden.

«Too Late Show»: Samstag, 6.Juli, 21 Uhr. Tickets: www.toolateshow.ch (findet nur bei guter Witterung statt, Ersatztermin Mitte August).

Berner Zeitung

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