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Geschlechterkrieg im Reich der Spiesser

Ein Heidenspass: Mit leichter Hand bringt der junge Regisseur Gerald Stollwitzer Otto Nicolais Oper «Die lustigen Weiber von Windsor» auf die Bühne. Eine stringente Produktion, die auch musikalisch überzeugt.

Gespielte Leidenschaft: Noëmi Nadelmann (Frau Fluth) mit Günther Missenhardt (Sir John Falstaff) in «Die lustigen Weiber von Windsor».
Gespielte Leidenschaft: Noëmi Nadelmann (Frau Fluth) mit Günther Missenhardt (Sir John Falstaff) in «Die lustigen Weiber von Windsor».
Keystone

Frau Fluth und Frau Reich haben genug – und man kann das verstehen: Da hat sich Sir John Falstaff doch erdreistet, den beiden Damen denselben Liebesbrief zu schicken, triefend vor ambitiösen Reimen: «Und kurz und gut/ich habe Mut/ich liebe dich/Herzinniglich.» Empört beschliessen sie, dem Möchtegern-Don-Juan eins auszuwischen – und ganz nebenbei Herrn Fluth eine gepfefferte Lektion zu erteilen, der die Gattin mit seiner krankhaften Eifersucht drangsaliert. Die «listigen Weiber» setzen einen Komplottreigen in Gang, an dem sich später ganz Windsor beteiligt – dieses Spiesserstädtchen, wo die Gartentulpen akkurat ausgemessen und die Büsche in vollendeter Geschmacklosigkeit frisiert werden.

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