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«Ich arbeite mit der Stoppuhr»

Der erste Witz ist optischer Art: Erfolgscomedian Mario Barth als Gastgeber einer TV-Show. Foto: TVNOW / Sebastian Drüen

Mario Barth, was war eine der witzigeren Fragen, mit denen Sie konfrontiert wurden?

Und?

Hm. Spontan fällt mir die Banane ein. Aber ich wüsste nicht mal, warum.

Aber sie wird in ungünstigen Momenten in Fussballstadien gern geworfen. Wahrscheinlich fiel sie mir deshalb ein.

Wie haben Sie auf die Frage geantwortet?

Da frage ich Sie, auch sehr originell: Was tragen Sie denn für eine Uhr?

Ich frage Sie das ja mit Absicht. Comedy hat ja viel mit Timing zu tun. Was die präzise ­Zeitmessung angeht, sind Sie bestimmt der bessere ­Schweizer als ich.

Geht es da um ­Sekundenbruchteile?

Sie müssen vorher wieder einsetzen?

Wenn Sie nach dem Auftritt Ihr eigenes Programm anschauen, sagen Sie sich dann auch mal: Nein. Das ist nicht gut, das nehme ich raus.

Ist es wirklich so, dass Sie sich alle Shows nochmals zu Gemüte führen?

Bevor Sie eine Stadiontour beginnen, ist also alles ­peinlichst genau ausgeprobt?

Das ist Erfahrung?

Wenn man vom Journalisten 7000 Zeichen verlangt, dann liefert der das auch ziemlich präzis so ab. Das gehört ­letztlich zur Professionalität.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Show schreiben? Wie viel Material verwenden Sie?

Haben Sie noch Lampenfieber, wenn Sie auf die Bühne treten?

Kommt es vor, dass Nummern, die in Norddeutschland sechs Minuten dauern, im Süden länger werden?

Mario Barth kann ja wohl auch gar nicht langsam.

Wenn ich eine Birne kaufe, will ich ja auch keinen Apfel.

Die Leute erwarten Mario Barth und kriegen Mario Barth.

Gibt es einen Comedian, den Sie gerne sehen, an dem Sie sich orientieren?

Als Zuschauer hat man oft den Eindruck, dass ihr Comedians aus dem Moment heraus ­agieren. Dabei ist dies bis ins Detail durchorchestriert.

Vermutlich schon, ja.

Manchmal vergessen wir ­Journalisten, wie viel Präzision Ihr Handwerk erfordert. Wenn diese fehlt, spüren das die Leute.