Junge Bühne Thun mit Mordsgaudi

Thun

Mit dem kriminalistischen Lustspiel «Mörder hei’s gärn mässerscharf» feierte die Junge Bühne Thun Premiere im ausverkauften Theater Alte Oele.

Messerscharfes Lustspiel: Baronin Lukretia Herrschiger (Elena Chiandusso) massregelt ihren unterwürfigen Liebhaber Dieterli (Lionel Romero Lanz), während der gemeuchelte Gatte (Raphael Rudin) im Hintergrund lauscht.

Messerscharfes Lustspiel: Baronin Lukretia Herrschiger (Elena Chiandusso) massregelt ihren unterwürfigen Liebhaber Dieterli (Lionel Romero Lanz), während der gemeuchelte Gatte (Raphael Rudin) im Hintergrund lauscht.

(Bild: zvg)

Eine ungesunde, ja totenbleiche Gesichtsfarbe beklagt Viktor von Herrschiger (Raphael Rudin) – kontrastreich zu seinem schwarzen Pyjama. Tatsächlich weilt der Herr Baron nicht mehr unter den Lebenden, denn niemand sieht oder hört ihn mehr.

Umso interessierter verfolgt er das Geschehen in seinem Haus, denn er möchte wissen, wer ihm das Messer in den Rücken stiess, um ihn anschliessend im See ertrinken zu lassen. Seine Frau Lukretia (Elena Chiandusso) gängelte ihren hörigen Liebhaber Dieterli Knörr (Lionel Romero Lanz), den Gatten um die Ecke zu bringen.

Die beiden Tanten Restituta (Jeannine Greber) und Honoria (Sabine Hirni) zittern nun um ihren Verbleib im Herrschaftshaus, denn Lukretia gilt allgemein als Beisszange auf zwei hübschen Beinen. Auch Dienstmädchen Sophia (Alexandra Stoll) und Butler Johann (Joël Bourgin) wissen ein Lied von der fiesen Baronin zu singen.

Kommissarin Elsie Ehrlich (Céline Studer) und Assistent Hugo Geist (Patrik Aebischer) haben den Mord noch nicht ganz aufgeklärt, als ein weiteres Mordopfer zu beklagen ist...

Figuren mit Luft zum Atmen

Wie amüsant es sein kann, wenn gewaltsam Verblichene zu Wort kommen, beweist das Ensemble Junge Bühne Thun in seiner Inszenierung «Mörder hei’s gärn mässerscharf» von Christine Steinwasser in der Dialektfassung von Hanspeter von Burg.

Die Schauspieler im Team um Präsident Markus Rudin organisieren gleichzeitig die Aufführungen von der Produktionsleitung über die Werbung bis zu den Kostümen. Dazu kommt Beat Jörg in der Technik und Anna Reschetko «Behind the Scenes». Regisseur Roberto De Simone lässt jeder Figur Luft zum Atmen, sodass jeder der Darstellerinnen und Darsteller den jeweiligen Charakter voll auszuleben weiss.

Ein Sympathieträger ist sicherlich Raphael Rudin als toter Lebender oder Joël Bourgin als Butler Johann, der seine servierten und abgelehnten Cognacs am liebsten selbst kippt. Der glas­klare Verstand der Kommissarin, der bengelhafte Assistent Hugo oder das trauernde Dienstmädchen Sophia sind schauspielerisch fein gezeichnet.

Tosender Applaus

Einen erheblichen Teil der Komik übernehmen die beiden Tanten, besonders in der Geister­beschwörung mit Kristallkugel und saukomischen Reimen dazu: «Geist, was ist dein Begehr?» Antwort: «Ich hätt’ gern was zum Verzehr!» Die bitterböse Lukretia und ihr unterwürfiger Lover erhalten denn auch ihre gerechte Strafe.

Das Stück kommt mit schwarzer Bühne, einem Tisch, zwei Stühlen, einem Sofa und einer Bar aus. Dafür bietet das junge Ensemble jede Menge Lachmomente, die das Publikum bei der ausverkauften Premiere am Freitag am Schluss mit tosendem Applaus beschenkt.

Weitere Aufführungen von «Mörder hei’s gärn mässerscharf» im Kleintheater Alte Oele in Thun: 10., 12., 13. Januar, 20 Uhr, 14. Januar, 17 Uhr. Vorverkauf im Internet unter www.theateralteoelethun.ch oder in der Café-Bar Alte Oele, Thun.

Thuner Tagblatt

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