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Weltschmerz mit guter Atemtechnik

«Alperose – das Musical» ist sonderbare Unterhaltung. Weder setzt es auf Swissness noch kann es Polo Hofer ein Denkmal setzen. Immerhin reicht es für die Erkenntnis, dass Polo seine Lieder besser selber singt.

Die armen Jungen plagen Geldsorgen. Der Sympathieträger vorne in der Mitte findet dann aber doch noch einen Job – in Zürich.
Die armen Jungen plagen Geldsorgen. Der Sympathieträger vorne in der Mitte findet dann aber doch noch einen Job – in Zürich.
Keystone
Das RBS-Bähnli ist in «Alperose» das Tor zur Welt. Wer Bern den Rücken vor lauter Fernweh kehren will, besteigt es. Wer in der Ferne doch nicht glücklich geworden ist, lässt sich davon wieder heimchauffieren.
Das RBS-Bähnli ist in «Alperose» das Tor zur Welt. Wer Bern den Rücken vor lauter Fernweh kehren will, besteigt es. Wer in der Ferne doch nicht glücklich geworden ist, lässt sich davon wieder heimchauffieren.
Keystone
Der Höhepunkt der Aufführung: Polo schlendert als abgetakelter Rosenverkäufer über die Bühne und singt «Im letschte Tram». Hühnerhaut in allen Reihen: Er ist eben unnachahmbar.
Der Höhepunkt der Aufführung: Polo schlendert als abgetakelter Rosenverkäufer über die Bühne und singt «Im letschte Tram». Hühnerhaut in allen Reihen: Er ist eben unnachahmbar.
Keystone
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Das Versprechen klang verheissungsvoll. Es werde keinen Polo Hofer im «Phantom of the Opera»-Gewand geben, versicherten die Macher im Vorfeld, das handelsübliche Musical-Pathos werde gedrosselt, schliesslich gehe es hier unter anderem auch um den guten alten Berner Rock.

Doch nach exakt sieben Minuten ist es um diesen Berner Rock bereits ziemlich schlecht bestellt. Der erste Musical-Formationstanz steht auf dem Programm, die Darsteller strahlen wie Synchronschwimmerinnen und wirbeln gelenkig zum Polo-Hofer-Schlager «Alti Fründe» über das Parkett. Nach acht Minuten ist klar: Das Genre wird hier nicht reformiert, es wird getan, was der gemeine Musical-Befürworter zu sehen begehrt. Gaudi mit Musik eben.

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