Zum Hauptinhalt springen

Swiss LeagueLangenthal startet mit einem Break

Der SCL bezwingt Olten in Spiel 1 des Playoff-Viertelfinals. Beim 5:4-Sieg müssen die Oberaargauer zwar in die Verlängerung, können dann aber früh jubeln.

Jubel vor der Gästekurve: Dario Kummer hat soeben in der Verlängerung getroffen.
Jubel vor der Gästekurve: Dario Kummer hat soeben in der Verlängerung getroffen.
freshfocus

Rangeleien, Faustkämpfe, zahlreiche Strafen, ein Strafstoss, schöne Tore, Führungswechsel und hochkarätige Chancen sowie intensive Angriffe – das erste Playoff-Derby zwischen dem SC Langenthal und dem EHC Olten hatte schlichtweg alles, was das unparteiische Eishockey-Herz begeistert. Dabei war der Start für den SC Langenthal denkbar schlecht, als noch nicht mal die erste Minute fertig gespielt war und sich die Oberaargauer schon in doppelter Unterzahl beweisen mussten. Nach einem Foul in der offensiven Zone von Vincenzo Küng schoss Fabio Kläy die Scheibe im eigenen Drittel übers Plexiglas. Olten aber konnte damit (zu) wenig anfangen. Es war das erste Mal an diesem Abend, dass der Gastgeber in dieser ersten Partie keinen überzeugenden Eindruck machte, hin und wieder schien Olten im Angriff blockiert, zögernd und nervös agierend.

Wende, Penalty, Wende

Und dennoch: Im ersten Drittel gelang es dem EHCO, zweimal in Führung zu gehen. Zuerst verwertete Silvan Wyss, nach einem etwas glücklichen Ausgleich von Joey Benik, bei dem sich die Scheibe über die Linie schleppte, traf auch noch Stanislav Horansky nach einem Wüthrich-Abpraller. Mit 2:1-Toren war das Derby nach nur acht Minuten lanciert und spannend, mit ersten Vorteilen für den
Favoriten.

Dies änderte sich im Mitteldrittel rasch. Zuerst (23.) verwertete Fabio Kläy einen Abpraller von Torhüter Simon Rytz, danach lenkte Dario Kummer (25.) einen Schuss von Vincenzo Küng ab. Rytz sprang hoch, die Scheibe änderte die Richtung und fand ihren Weg zwischen den Beinen des Keepers durch. Einzig in den folgenden 10 Minuten schien es, als könnte Olten die Handbremse im Angriff lösen, Zählbares entstand aber selbst im Sturmlauf kaum. Und als dann Gary Nunn einen Strafstoss, verursacht von Serge Weber, mittels Treffer via den unteren Teil der Latte verwerten konnte, erhöhte der SCL nur 30 Sekunden später auf 4:3. Simon Sterchi nahm dabei Riccardo Sartori die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie ab, via Stefan Tschannen fand sie den Weg zum späteren Torschützen Andrew Clark. Nach 40 wiederum spannenden Minuten lagen die Vorteile beim Underdog.

Ärgerlicher Shorthander

Je länger die Partie dauerte, desto mehr schien der Überraschungssieg für Gelb-Blau möglich und greifbar. Auf denkbar dumme Weise schenkte der SCL seinem Rivalen dann aber in der 51. Minute die Rückkehr ins Spiel. In Überzahl schoss Serge Weber Dion Knelsen die Scheibe ans Bein, der daraufhin im Alleingang Wüthrich mittels Backhandschuss bezwang.

Alles, was das Eishockey-Herz begehrt? Dazu gehört letztlich auch eine Verlängerung. Und zuletzt gehörte da aus Langenthaler Sicht eigentlich nur noch eines dazu: ein Sieg. Und dieser war dann nach nur 73 Sekunden auch Tatsache. Vincenzo Küng lieferte beim Tor von Dario Kummer mit einem Pass vors Tor bereits den dritten ersten Assist an diesem Abend zum 5:4-Sieg. «Wir haben gewonnen, weil wir nicht nur mit dem Kopf, sondern vor allem mit dem Herzen spielten», kommentierte Vincenzo Küng nach der Partie. Dieser Sieg soll nun Aufwind geben für den weiteren Verlauf dieser Viertelfinal-Serie. Bereits am Freitag folgt Spiel zwei.