Langnaus Lehrstunde

Bei den SCL Tigers passt in Genf von hinten bis vorn wenig zusammen – sie verlieren 3:6.

Frühe Entscheidung: Genfs Smirnovs trifft zum 4:1.

Frühe Entscheidung: Genfs Smirnovs trifft zum 4:1.

(Bild: Keystone)

Philipp Rindlisbacher

0 %. In Worten: null Prozent! Gemeint ist die Fangquote von Damiano Ciaccio nach 15 Minuten gegen Servette. Der arme Kerl im Langnauer Tor konnte einem leidtun. Er stand da, fast wäre ihm langweilig geworden, weil die Gäste aus dem Emmental das Spiel bestimmten, Servette primär abwartete.

Aber wenn dann mal ein Genfer angebraust kam, dann war der Puck eben gleich drin. Drei Schüsse, drei Tore – so lautete das Verdikt nach zehn Minuten. Es war kein schöner Empfang für einige Tigers-Fans, die wegen eines Staus verspätet in der Arena eingetroffen waren.

Für Ciaccio muss es unfassbar frustrierend gewesen sein. Klar, er trug keine Schuld an den Gegentreffern, dürfte sich trotzdem im falschen (Horror-)Film gewähnt haben. Zwar konnte er vor der ersten Pause doch noch den einen oder anderen Schuss blocken, nach dem 1:4 (19.) jedoch war die Partie vorentschieden.

Letztlich unterlagen die Emmentaler 3:6, wobei die letzten zwei Langnauer Tore in den Schlusssekunden fielen, als die Genfer längst zwei Gänge runtergeschaltet hatten. Sportchef Marco Bayer sprach von einer Lehrstunde, die das Team erhalten habe. «Wir haben zu wenig hart gearbeitet und die Quittung erhalten.»

Schwaches Boxplay

Servette kam relativ leicht zum ersten Erfolg nach vier Niederlagen in Serie. Natürlich, die Scheibe lief fürs Heimteam, das 4:1 nach 20 Minuten war gemessen an den Spielanteilen ein Hohn. Wegweisend war der dritte Treffer von Noah Rod, der erst nach Konsultation der Videobilder anerkannt wurde.

Zunächst schien es, als sei der Puck an der Torumrandung gelandet; weder Rod noch seine Teamkollegen hatten gejubelt, geschweige denn protestiert. Die Scheibe aber prallte via Pfosten an der Mittelstange des Gehäuses ab. So wurde den Tigers gleich wieder der Schwung genommen. Nur 58 Sekunden zuvor hatte Raphael Kuonen – er hält mittlerweile bei sechs Saisontoren – auf 1:2 verkürzt.

Langnau offenbarte in der eigenen Zone Schwächen, bei ihren Kontern erhielten die Genfer zuweilen freies Geleit. Generell wurden sie von den Gästen zu wenig resolut angegangen. Auch deren Boxplay funktionierte nicht; dreimal agierten die Servettiens in Überzahl, dreimal reüssierten sie.

Die Ausfälle des formstarken Verteidigers Yannick Blaser und des defensiv soliden Centers Aaron Gagnon machten sich bei den Langnauern bemerkbar. Die Fussverletzung Gagnons (wurde vor Wochenfrist von einem Puck getroffen) ist umso ärgerlicher, als sie womöglich hätte verhindert werden oder zumindest weniger gravierend hätte ausfallen können: Eine Schutzvorrichtung für den Schlittschuh steht den Akteuren zur Verfügung, nicht alle aber tragen sie. Weil dadurch offenbar die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.

Schmutz trifft endlich

Und so wie einige Langnauer Fans zu spät gekommen waren, so verliessen einige Tigers-Anhänger die Genfer Eishalle vorzeitig. Was die Defensivarbeit betrifft, erwarte er eine bessere Einstellung, meinte Marco Bayer, der sich einzig am ersten Saisontreffer von Julian Schmutz erfreuen konnte. Am Samstagabend gegen Lausanne verlangt der Sportchef eine Reaktion. Das Tor dürfte wieder Ivars Punnenovs hüten, der in der Gunst von Coach Heinz Ehlers höher steht als Ciaccio.

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