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Soll ich mein Kind ins Frühchinesisch schicken?

China ist ja sicher eine wichtige und noch stärker werdende Wirtschaftsmacht. Aber sollen wir deswegen nun wirklich unsere Kinder ins Frühchinesisch schicken? Auch wenn das bestimmt keinem Kind schadet, sträubt sich etwas in mir gegen diesen Gedanken, aber ich weiss nicht genau, was. M. E.

Liebe Frau E.

In meiner Bildungsjugend war man noch allgemein davon überzeugt, dass Latein «das logische Denken» befördere. In den Achtzigerjahren glaubten das dann nur noch die Altphilologen und inzwischen nicht einmal mehr die. Denn unter dem Druck neuster Erkenntnisse aus Weltwirtschaft, Hirnforschung und Wissenschaft können wir uns solche bildungsbürgerlichen Vorurteile nicht mehr leisten. Wollen wir lebendige Kinder etwa mit toten Sprachen füttern? Ist das nicht vielleicht sogar schädlich für die unschuldigen Synapsen? Dabei sind Kinderhirne doch so was von aufnahmefähig! Wie die Schwämme! Bleibt natürlich die Frage, womit wir die kleinen saugfähigen Sponge-Bobs tränken wollen. Mit Frühalbanisch? Oder Frühportugiesisch? Oder mit beidem? Bitte sehr! Wenn Sie wollen, dass sich Ihr Kind hinter Ihrem Rücken fliessend mit der Putzfrau verständigen kann, schicken Sie es getrost in den öffentlichen MultikultiProletenkindergarten.

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