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Unsere coolste Blondine

Am Anfang war eine vergorene Brotsuppe. Dann hat man Hexen verbrannt, ein Kartell gegründet, und heute trinken wir literweise Stangen. Äxgüsi? Die Aufklärung gibt das süffige Buch «Bier und wir».

Die Schweiz schafft es in der Hitparade der Biertrinkernationen nur auf Platz 11: Plakat aus der Gemeinschaftswerbung der Schweizer Brauereien (1960), links. Erinnerung an verrauchte Kneipentage: Der Löwen in Herznach AG (1947), rechts.
Die Schweiz schafft es in der Hitparade der Biertrinkernationen nur auf Platz 11: Plakat aus der Gemeinschaftswerbung der Schweizer Brauereien (1960), links. Erinnerung an verrauchte Kneipentage: Der Löwen in Herznach AG (1947), rechts.
PD/ATP

Nein, die Schweiz ist keine Weltmacht. Nicht in der Politik, nicht im Fussball, nicht mal im Biertrinken.

In dieser letzten Disziplin dümpeln wir seit Jahren bei einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von plus/minus 57 Litern und schaffen es damit in der aktuellen Hitparade der Biertrinkernationen gerade mal auf Platz 11 – 2 Liter vor Norwegen, 4 hinter Portugal und sagenhafte 103 (!) hinter Tschechien.Man kann das Glas jetzt als halb leer betrachten und jammern. Man kann es aber auch positiv sehen und sagen: «Hey, 57 Liter, das ist eine Menge Bier, da besteht doch sicher eine besondere Beziehung zwischen Volk und Gerstensaft.»Genau das war der Gedanke von Matthias Wiesmann. Der Wirtschaftshistoriker und Zürcher Gemeinderat der Grünliberalen, der sich schon in seiner Lizenziatsarbeit über den Aufstieg und (Zer-)Fall der Brauerei Hürlimann mit der helvetischen Brautradition beschäftigte, fasste vor zwei Jahren den Entschluss, seine bierhistorischen Studien so sehr zu vertiefen, dass daraus eines Tages ein Buch entstehen könnte. Gestern Abend nun wurde «Bier und wir. Geschichte der Brauereien und des Bierkonsums in der Schweiz» getauft.

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