Alles vibriert – nicht mehr nur im Sexshop

Sexspielzeuge sind im Trend. Vibratoren sind mittlerweilen sogar in der Apotheke erhältlich.

Mannsbilder: Der Millionär, der Franzose, der Feuerwehrmann und der Tenniscoach (v.l.)

Mannsbilder: Der Millionär, der Franzose, der Feuerwehrmann und der Tenniscoach (v.l.)

(Bild: zvg)

Nina Kobelt@Tamedia

Haha: Ein Franzose, ein Feuerwehrmann, ein Millionär und ein Tenniscoach. Das sind nicht etwa Traummänner und Wunschschwiegersöhne, sondern Vibratoren. Schnuckelige Sextoys, die ein bisschen wie Schleckstängel aussehen, so ganz in Pastell. Die Helferlein sind jedoch knallharte Geschäftsmänner (nun ja, das liegt sozusagen in der Natur der Sache) sie erobern gerade hiesige Apothekenregale.

Vibratoren sind ja momentan sehr gefragt: Seit vor kurzem Journalisten aufgefallen ist, dass sie (nebst Präservativen, Gleitgels und Vibrationsringen für den Mann) im Coop-Regal liegen, sind die Verkäufe gestiegen: «Die Berichterstattung in den Medien hat sich positiv auf den Verkauf der Vibratoren in den letzten Wochen ausgewirkt», sagt Coop auf Anfrage.

Abgelutschte Sexsymbole

Die Migros übrigens will nicht nachziehen, verständlich, aber schade. Denn Sextoys im Grossverteiler zu verkaufen, ist eine gute Idee, denn Sexshops sind nun mal nicht bei allen gleich beliebt. Deshalb sind die vier süssen «Jungs» von Smile Makers (siehe Bild) dort gar nicht erhältlich. Sondern, seit neustem, in der Sun-Store- Apotheke und in ausgewählten Amavita- oder Coop-Apotheken, dort, wo man auch Kopfwehtabletten und Schnupfenmittel holt. Das ist gut, weil unschmuddelig und nicht mehr so dramatisch. Laut Smile Makers benutzen immerhin 50 Prozent der europäischen Frauen mehr oder weniger regelmässig einen Vibrator.

Eines nur lässt bei aller Offenheit ein bisschen stutzen: das (preisgekrönte!) Design respektive die Namen der Vibratoren, die klischierter nicht sein könnten. Ein Franzose, der «Liebe macht»? Das klingt doch nach Pornofilm aus den 70ern. Ein Feuerwehrmann? Ein Sexsymbol zum Gähnen, weil so abgelutscht! Ja, bei der Namensgebung wäre etwas mehr Originalität gefragt gewesen. Wer hat die nur erfunden? (Zwei schwedische Männer, lesen wir auf der Website. Haha.)

Smile Makers in Sun-Store-Apotheken, Amavita- und Coop-Apotheken, Fr.59.–, www.smile-makers.ch; Coop, Durex, Fr.44.50.

Berner Zeitung

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