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Fressattacken und Diätwahn

Laut einer Studie sind Essstörungen in der Schweiz viel häufiger als angenommen. Über 4 Prozent der Schweizer legen ein krankhaftes Essverhalten an den Tag. Experten fordern ein radikales Umdenken.

Auf die Gabel und rein damit: Die Zahl der Schweizer mit Essstörungen ist höher als angenommen.
Auf die Gabel und rein damit: Die Zahl der Schweizer mit Essstörungen ist höher als angenommen.
Keystone

Eine Befragung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bei 10'038 Personen zeigt laut einem Bericht der «SonntagsZeitung» erstmals das Ausmass von Essstörungen in der Schweiz. 4,1 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden laut der Studie an lebensbedrohlichem Diätwahn, an Ess-Brech-Sucht oder periodischen Fressanfällen.

Laut «SonntagsZeitung» haben die Gesundheitsbehörden von Bund und Kantonen das Problem während Jahren massiv unterschätzt. Die Gesundheitsbehörden gingen von einer Krankheitsrate von 0,5 bis 1 Prozent aus. Vorab die Quote der Ess-Brech-Süchtigen sei «in der Schweiz höher als in anderen Ländern», halten die Forscher der Universität Zürich fest, welche die Studie im Auftrag des BAG ausgeführt haben.

Umverteilung der Präventionsgelder

Schon bei Erstklässlern registrierten die Befrager Fälle. Mehr als 80'000 Personen leiden in der Schweiz bis ins Alter von 60 Jahren einmal an Ess-Brech-Sucht. Auffällig: Fast ein Drittel der Fälle betrifft Männer. Nachdem die Studienresultate durchgesickert sind – eine Publikation ist für Oktober vorgesehen – fordern Experten für Essstörungen eine Umverteilung der Präventionsgelder. «Im Moment fliesst sehr viel Geld in die Verhinderung von Übergewicht», sagt Erika Toman, Präsidentin des Experten-Netzwerk Essstörungen.

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