Zum Hauptinhalt springen

«Ich verstehe die Sauerstoff-Polemik nicht»

Oh Eun Sun hat als erste Frau alle Achttausender bestiegen - und ihr Erfolg wird angezweifelt. «Zickenkrieg am Berg», titeln nun die Medien. Was hält die Schweizer Alpinistin Evelyne Binsack von der Diskussion?

Die südkoreanische Alpinistin Oh Eun Sun hat als erste Frau auf den Gipfeln der 14 höchsten Berge der Erde gestanden. Doch kaum schickten Live-Kameras Bilder vom letzten Gipfeltriumph, wurden auch schon Zweifel an der Pionierleistung der 44-Jährigen angemeldet. Insbesondere vom Gipfel des Kangchendzönga legte Frau Sun nicht über alle Zweifel erhabenes Fotomaterial vor. Das Rennen verloren hat indes die Spanierin Edurne Pasaban, die ohne künstlichen Sauerstoff klettert und der nur noch ein Achttausender fehlt. Was hält Evelyne Binsack, die bekannteste Alpinistin der Schweiz, vom Gipfel-Rekord der Oh Eun Sun? Und was sagt Sie zu den Diskussionen darum? Wir haben die Alpinistin auf einer Tour im Berner Oberland auf 3000 Metern erreicht.

Frau Binsack, die Koreanerin Oh Eun Sun hat als erste Frau alle 14 Achttausender bestiegen – ist das ein Meilenstein im weiblichen Alpinismus? Ob das ein Meilenstein ist, weiss ich nicht, aber es ist sicher eine grosse Leistung. Es ist toll, dass eine Frau das erreicht hat. Das Grösste daran ist aber letztlich ihre persönliche Erfahrung. Es geht ja um die mentale Geisteshaltung, die solche Leistungen ermöglicht. Das ist etwas, was man auf vielerlei Arten weitergeben kann.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.