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«Man kann beides sein – erfolgreich und fromm»

Rachel Freier aus New York ist Richterin, sechsfache Mutter – und ultraorthodoxe Jüdin. Sie pendelt zwischen zwei Welten.

Ging erst mit 30 Jahren aufs College – nachdem sie ihrem Mann die Ausbildung finanziert hatte: Richterin Rachel Freier. Foto: Seth Wenig (AP)
Ging erst mit 30 Jahren aufs College – nachdem sie ihrem Mann die Ausbildung finanziert hatte: Richterin Rachel Freier. Foto: Seth Wenig (AP)

Rachel Freier trägt Perücke und schwarze Robe. Sie schaut von der schweren, dunklen Richterbank hinab auf einen jungen Mann, dessen Hände mit Handschellen hinter dem Rücken gefesselt sind. In einem Laden im New Yorker Stadtteil Brooklyn hat er Marihuana verkauft. Es ist Sonntagabend, und Richterin Freier muss entscheiden, ob er im Gefängnis bleibt, bis das Verfahren gegen ihn beginnt. Freier fragt den Staatsanwalt nach Vorstrafen (keine) und Drogenkonsum (nein), streicht eine Strähne ihrer dichten, schwarzen Perücke zurecht, überlegt kurz und lässt den Mann vorerst nach Hause gehen. «Missbrauchen Sie dieses Entgegenkommen nicht», warnt sie ihn. An der Wand über ihr steht in grossen goldenen Lettern «In God we trust».

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