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Neues Leben am Geisterflughafen

Am Aeropuerto Central de Ciudad Real in Spanien heben keine Flugzeuge mehr ab. Der Airport ist ein Beispiel für überdimensionierte Projekte, die in den Boomjahren entstanden sind. Jetzt wird das Gelände zur Filmkulisse.

Die Crew vor der Maschine am Flughafen Ciudad Real: Notlandung im Schaumteppich.
Die Crew vor der Maschine am Flughafen Ciudad Real: Notlandung im Schaumteppich.
El Deseo Films
Unbekannte kommen sich näher: Die Angst lockert die Zungen der Reisenden.
Unbekannte kommen sich näher: Die Angst lockert die Zungen der Reisenden.
El Deseo Films
Szene aus dem Film.
Szene aus dem Film.
El Deseo Films
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Seit dem 29. Oktober 2011 läuft gar nichts mehr am Aeropuerto Central de Ciudad Real. Damals startete der letzte Flug der spanischen Vueling – und damit verliess auch die allerletzte Fluggesellschaft den Flughafen. Seit letztem Mai ist er nun auch für den Privatverkehr geschlossen. Kein Flugzeug hebt hier mehr ab. Nur noch zwölf Menschen arbeiten auf dem Gelände – alle sind sie Sicherheitsangestellte.

Passagierzahlen rasch gesunken

Der Flughafen war in den spanischen Boomjahren als Alternative zum chronisch überlasteten Madrid-Barajas geplant. Er wurde gross angelegt. Eine Piste von 4000 Metern, die 17 Flugbewegungen pro Stunde erlaubt; ein Terminal, das drei Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen kann; ein grosser Frachtbereich. Doch die Passagierzahlen sanken rasch, nachdem die Airlines gemerkt hatten, dass sich von hier aus kein rentabler Betrieb erreichen liess. Der Aeropuerto Central de Ciudad Real wurde so zum Symbol des überrissenen Baumbooms und zum Geisterflughafen.

Doch nun kehrte wieder etwas Leben zurück auf das verlassene Vorfeld, wenn auch nur für einige Wochen. Der spanische Kultregisseur Pedro Almodóvar drehte im September auf dem Aeropuerto Central de Ciudad Real die Schlussszenen seines neuen Films «Los amantes pasajeros» (englischer Titel «I'm So Excited»). Die Handlung spielt die meiste Zeit an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Mexiko-Stadt. Der Jet hat Probleme und droht abzustürzen. In den bangen Minuten beginnen die Passagiere, sich einander anzuvertrauen und sich gegenseitig ihre intimsten Lebensgeheimnisse anzuvertrauen.

Mit Cruz und Banderas

In Ciudad Real wurden nun die Schlussszenen gedreht: Die Maschine muss auf einem Schaumteppich landen, und die Reisenden retten sich über die Notrutschen. Almodóvar erfindet dafür eine neue Fluggesellschaft: Península Líneas Aéreas. Der Film mit Gastauftritten der Superstars Penélope Cruz und Antonio Banderas hat am 15. März in Spanien Premiere und kommt voraussichtlich im Sommer in die Kinos in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Weitere spannende Themen aus der Welt der Airlines finden Sie auf Aerotelegraph.com. Aerotelegraph ist eine Medienagentur unabhängiger Aviatikjournalisten in Zürich.

se/Aerotelegraph.com

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