Zum Hauptinhalt springen

«Das Zusammenspiel schafft Atmosphäre»

LED-Leuchten und Sparlampen, aber auch üppige Formen liegen im Trend. Das sagt Paul Müller, Beleuchtungsexperte bei Teo Jakob in Bern.

Kombination von verschiedenen Lichtquellen bringt für jede Situation das passende Ambiente: Leuchtkörper-Auswahl in einem Lyssacher Laden.
Kombination von verschiedenen Lichtquellen bringt für jede Situation das passende Ambiente: Leuchtkörper-Auswahl in einem Lyssacher Laden.
Keystone

Paul Müller, was sind die Trends im Leuchtenbereich? Die Leuchten dürfen heute wieder einen effektvollen und dekorativen Charakter haben. Das heisst, spannende Materialien und üppige Formen sind gefragt, die auch wieder etwas an die 60er- und 70er-Jahre erinnern. Ein grosser Trend geht in Richtung LED-Beleuchtung. Diese kommt vor allem in der Architektur als Akzentbeleuchtung zum Einsatz. An Einzelleuchten gibt es auch schon eine kleine Auswahl. Viele Kunden suchen ausserdem nach Leuchten, die mit Sparlampen ausgerüstet werden können.

Auf was ist bei der Beleuchtung in der Wohnung generell zu achten? Das Zusammenspiel von verschiedenen Leuchten schafft eine spannende Atmosphäre. Die Lichtstimmungen sollen einen weichen Übergang haben. Man sollte darauf achten, dass verschiedene Lichttechniken nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern gut abgewogen wird, wo sich welche Beleuchtungsart richtig einsetzen lässt. Dies wird umso wichtiger, wenn die Wohnung offen gestaltet ist.

Viele moderne Häuser haben Räume mit verglasten Fronten und viel Tageslicht. Wie schafft man in diesem Fall abends schöne Lichtstimmungen? Hier sind Leuchten zu empfehlen, die einen Körper haben, damit sie das Licht über diesen sanft abgeben können. Oder sie verwenden die Wände oder die Decke als Abstrahlung. Sollten diese farbig gestaltet sein, verstärkt das die Wirkung. Das Zusammenspiel von verschiedenen Lichtquellen an unterschiedlichen Orten hilft, im Raum Spannung zu erzeugen. Ein Lichtvorhang vor dem Fenster in Form von Einbauleuchten in Boden oder Decke bringt nicht den gewünschten Erfolg. Leuchten vor dem Fenster hingegen tragen dazu bei, die Glasfronten zu brechen, damit sie abends nicht zu schwarzen Löchern werden.

Was raten Sie für kühle Räume mit viel Beton, Stahl und Glas? Wie kreiert man hier warmes Stimmungslicht? Ich würde warmtonige und mit natürlichen Materialien gefertigte Leuchten einsetzen. Mit Lichteffekten den Raum gestalten, zum Beispiel mit farbwechselnden Leuchten, oder mit Effektleuchten Lebendigkeit in den Raum zaubern. Schönes Stimmungslicht kann mit warmen und eingekleideten Leuchtquellen geschaffen werden. Grosse Lichtkörper mit Stoff- oder Papierschirmen eignen sich hier gut.

Ein anderer Fall: Ich habe ein altes Chalet mit niedrigen Räumen voller Holz und möchte den Raum stimmungsvoll beleuchten, ohne dass das Holz allzu gelb erscheint. Hier sollten Leuchten eingesetzt werden, die dem Material Holz schmeicheln, aber keine Biederkeit aufkommen lassen. Schönes Licht erzeugen zum Beispiel weisse stoffbezogene Leuchten oder solche mit weissen schlichten Glaskörpern, die dem Holz eine gewisse Eleganz und Leichtigkeit verleihen. Auch Leuchten aus Kunststoff stellen eine gute Kompensation dar. Sie setzen farbliche Akzente und haben Witz.

In meiner Altbauwohnung sind die Südzimmer sehr gross und hell, die Nordzimmer klein und auch tagsüber dunkel. Wie lässt sich ein neutrales Licht schaffen, das am Tag nicht zu sehr «Nachtstimmung» verbreitet? In Nordzimmern bringen Leuchtbänder auf den Wänden gute Ergebnisse; das sind aneinandergereihte Leuchten oder solche mit einer durchgehenden Blende, die auf Augenhöhe oder am Decken- oder Bodenrand eingebaut werden. Sie lassen die Wände heller erscheinen und geben mehr Raum. Am Abend können auch andere Leuchten wie Tisch- und Stehleuchten ergänzend eingeschaltet werden. Es ist auch immer wichtig, mit Farben zu arbeiten. Ich würde kühl anmutende Nordzimmer mit warmen Farbtönen aufheitern und im Gegenzug Südzimmer mit kühleren Farben gestalten. Das Licht in Südzimmern kann mit Leuchten, die den hinteren Raum fluten, erzeugt und in Fensternähe mit Akzentleuchten ergänzt werden.

Wie sollte ein Garten beleuchtet werden? Der Garten ist ein Lebensraum für die Natur. Wenn ich die Natur schätze und begreifen möchte, wie sie funktioniert, sollte ich nicht mit zu viel Kunstlicht eingreifen. Licht soll also sparsam eingesetzt werden. Leselicht auf der Terrasse kann über eine lichtstrahlartige Decken- oder Wandleuchte erzeugt werden. Das ergänzende Licht kann mit Leuchten im Boden oder über dem Boden erzeugt werden. Sehr schön sind auch Objekte wie Kugeln oder Ähnliches, die leuchtende Inseln im Garten erzeugen. Sträucher und Bäume können mit Spotleuchten im oder über dem Boden beleuchtet werden.

Wie gehe ich vor, wenn ich einen Beleuchtungsexperten zu Rate ziehen will? Bevor Sie einen Lichtberater aufsuchen, sollten Sie die Bedürfnisse festhalten, Fotos und einen Plan bereithalten. Sie suchen den Fachberater in einem Leuchten-Spezialgeschäft auf. Hier ist man es sich gewohnt, die Räume und Wohnungen als Ganzes zu sehen. Mit den Fotos und Plänen können gute Gesamtlösungen entstehen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, einen Berater nach Hause einzuladen. Die Planung oder die Beratung wird spannend, wenn der Kunde offen ist für Neues und sich auf eine Lichtreise einlassen will.

Wie kann ich Licht richtig einsetzen, ohne zu viel Energie zu verpuffen? Es ist keine gute Idee, mit einer Leuchte den ganzen Raum beleuchten zu wollen. Das Gleichgewicht im Raum wird dadurch gestört und das Wohlbefinden leidet darunter. Auch wenn man Strom sparen möchte, ist es möglich, mit verschiedenen Leuchten die Räume zu gestalten. Die stromfressenden Deckenfluter sind endgültig passé. Es ist ratsam, nachzufragen, ob die ausgewählte Leuchte auch mit Sparlampen betrieben werden kann. Energiesparlampen sind auf dem Vormarsch. Die Leuchtmittelindustrie arbeitet daran, um uns schon bald optimierte und auch dimmbare Leuchtmittel mit sparsamem Energieverbrauch zu liefern.

Das richtige Licht verzaubert die Wohnung in einen stimmungsvollen Raum.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch