Zum Hauptinhalt springen

Berndeutsch für Fortgeschrittene 11«Lehre»

Unsere Kolumnistin muss wieder lernen, was sie sich vor 30 Jahren abgewöhnt hat.

Berndeutsch lernen – gar nicht so einfach für eine Ostschweizerin!
Berndeutsch lernen – gar nicht so einfach für eine Ostschweizerin!
Logo: Layout Tamedia

Auf meine Berndeutsch-Kolumne bekomme ich oft spannende Rückmeldungen. Eine Leserin hat mir beispielsweise erklärt, dass sie die Aufforderung «hock ab» ebenfalls als etwas unfreundlich wahrnehme. Sie sage gerne «hock zueche». Das klingt tatsächlich warmherziger. Ich werde mich bemühen, es in meinen aktiven Wortschatz aufzunehmen. Mein aus dem Thurgau gewohntes «nimm Platz» ist ja wirklich etwas gestelzt.

Daneben gibt es auch Reaktionen von Leuten, die finden, es sei ein Sakrileg, wenn man sich in Berndeutsch versuche. Dieser wunderbare Dialekt sei quasi wie ein Adelstitel, der einem mit der Geburt verliehen werde. Wehe dem, der versucht, sich durch harte Arbeit dieselben Privilegien zu erkämpfen. Na ja, es ist ja schön, dass manche Leute so stolz sind auf etwas, das sie ohne eigenes Zutun erreicht haben.

Deutlich lieber sind mir die konstruktiven Kritiker. So hat mich ein Leser nach meiner ersten Kolumne darauf aufmerksam gemacht, dass das Verb «lernen» im Zusammenhang mit «Berndeutsch» ungeschickt sei. Im Dialekt heisst es natürlich «Bärndütsch lehre».

Ich weiss noch, wie ich früher in der zweiten Klasse im Thurgau ebenfalls «lehre» sagte. Die Lehrerin erklärte mir dann, das sei falsch. Der Lehrer lehre und die Schüler lernten. Jetzt, rund 30 Jahre später, muss ich wieder «umlehre».

Die Kolumne ist Ende 2018 in dieser Zeitung erschienen. Wir veröffentlichen sie hier zum Nachlesen.

1 Kommentar
    Hans-Rudolf Jakob

    Also diese Artikel sind völlig überflüssig. Ich war als Emmentaler 10 Jahre in Wallisellen ZH und 6 Jahren in Sulgen TG, habe immer mein breitestes Emmentaler-Berndeusch gesprochen und die Wähe, der Fladen oder Düne habe ich einfach zur Kenntnis genommen. Es ist wie es ist. Die Gemeinden und die Kantone bestimmen das Schweizerdeutsch. Ich empfehle Ihnen, bleiben Sie Thurgauerin und nicht eine Pseudo-Bernerin. Das funktioniert nicht. "Gäu"