Das grosse Fressen

Festtage Ausnahmezustand zum Jahresende: In der letzten Kalenderwoche schieben Magen und Leber Sonderschichten. Wie Sie Ihrem Bauch bei der Schwerarbeit unter die Arme greifenkönnen, erfahren Sie hier.

Lässliche Sünde: Wer nur ab und zu aus dem Vollen schöpft, schadet sich damit nicht.

Lässliche Sünde: Wer nur ab und zu aus dem Vollen schöpft, schadet sich damit nicht.

(Bild: Getty Images)

Stefan Aerni

Wir alle kennen das: Einladung zum ausgedehnten Brunch bei den Eltern, zum gemütlichen Abendessen gehts zu Tante Martha und am nächsten Tag zum ­üppigen Mittagessen bei Gotte Hedi. Und überall warten noch übrig gebliebene Weihnachtsgüezi, Erdnüsschen und andere Knabbereien darauf, endlich gegessen zu werden.

Die arbeitsfreien Festtage mögen für Kopf, Nerven und Gemüt entspannend sein; für Magen, Darm und Co. sind sie ein Härtetest. Man denke nur an all die Rollschinkli, Fondues und Gänsebraten, die zwischen Weihnachten und Neujahr verputzt werden. Ganz zu schweigen von den süssen Sünden, die überall locken. Und die edlen Tropfen, die kredenzt werden.

Nicht gedankenlos essen

An der wenig gesunden Kombination von Fett, Zucker und Alkohol kommt gegenwärtig kaum jemand vorbei. Damit die Kalorienbomben nicht auf die Hüfte schlagen und die Daueresserei möglichst zu keinen Beschwerden führt wie Völlegefühl, Sodbrennen oder Kater, gibt es einige Dinge zu beachten (die folgenden Tipps stammen von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung):

  • Essen Sie langsam und bewusst.
  • Achten Sie auf die Menge.
  • Üben Sie Zurückhaltung bei Teigwaren, Gebackenem und fettem Fleisch. Greifen Sie grosszügig zu bei Gemüse und Salat.
  • Wenn ein üppiges Festmahl ansteht, kann die nächste Mahlzeit bewusst etwas kleiner gestaltet werden.
  • Achten Sie auch an den Festtagen auf einen regelmässigen Essensrhythmus mit drei Mahlzeiten und bei Bedarf kleinen Zwischenmahlzeiten (ideal sind Früchte und, in Massen, Nüsse).
  • Lassen Sie nicht ständig Schokolade und Güezi auf dem Tisch stehen.
  • Löschen Sie den Durst mit Wasser und ungesüsstem Tee (Alkohol hat viele Kalorien und vermindert zudem die Fettverbrennung).
  • Bauen Sie bewusst Spaziergänge und andere körperlichen Aktivitäten ein.

Gezielt einkaufen

Einen zusätzlichen Aspekt bringt Verena Wyss (55) auf den Tisch. Die Leiterin der Ernährungsberatung am Spital Emmental empfiehlt, schon beim Einkaufen die Weichen richtig zu stellen. «Am besten schreibt man auf, was genau man kaufen will. So kann vermieden werden, dass dann zu Hause massenhaft Lebensmittel herumstehen, die man glaubt essen zu müssen.» Ähnlich handhabt die Ernährungsfachfrau die Menüplanung im Spital Emmental. «Wer die Festtage bei uns verbringen muss, erhält meist von seinen Angehörigen reichlich irgendwelche Naschereien mitgebracht. Deshalb passen wir die Portionengrössen den Bedürfnissen der einzelnen Patienten an und achten darauf, dass wir dafür qualitativ etwas Spezielles, den Festtagen Angemessenes anbieten können.»

Für alle, die wegen der Festtagsvöllerei bereits um ihr Wohlfühlgewicht bangen, zum Schluss eine gute Nachricht: Wer nur jetzt über die Stränge schlägt, kann damit seine Figur kaum ruinieren. So hat eine US-amerikanische Studie ergeben, dass die Versuchspersonen von der Adventszeit bis zum Jahreswechsel im Schnitt nur gerade um 370 Gramm an Gewicht zulegten. Fazit des Studienleiters: «Die Menschen nehmen nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.»

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