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Düstere Tage, fantasievolle Musik

Aufgefallen: Die färöische Sängerin und Komponistin Eivør, die mit 16 Jahren bereits ihr erstes Album veröffentlichte.

Eivør tritt im Kulturhof Schloss Köniz auf.
Eivør tritt im Kulturhof Schloss Köniz auf.
PD

An diesem Donnerstagmorgen geht die Sonne auf den Färöern gegen neun Uhr auf. Um halb vier Uhr nachmittags wird sie wieder untergehen. Am kürzesten Tag des Jahres, kurz vor Weihnachten, wird die Sonne um zehn Uhr morgens auftauchen und nachmittags um drei verschwinden.

Welche Musik passt zu dieser dunklen Jahreszeit? Jene von Eivør, zum Beispiel. Nicht weil sie düster ist, sondern weil sie – mystisch und facettenreich – viel Spielraum für die Fantasie lässt.Und Fantasie braucht man in der Dunkelheit.

«In jeder Situation, in der du dich befindest, ist Musik», sagt Eivør, die mit vollem Namen Eivør Pálsdóttir heisst. Also auch in den dunklen Winterstunden, von denen die ge­bürtige Färöerin, die mittlerweile in Dänemark lebt, schon unzählige erlebt hat.

Sie wurde 1983 geboren, und seit ihrem 15. Lebensjahr besteht ihr Leben aus Musik. Im Alter von 16 Jahren ver­öffentlichte Eivør ihr Debüt­album, bis heute folgten rund zehn weitere Werke.

Sie singt traditionelle färöische Lieder in ihrer Muttersprache, aber auch Eigenkompositionen auf Englisch und Färöisch. Mischt Pop mit Country und Folk mit Elektro.

Und auch wer bei vielen ihrer Lieder kein Wort versteht: Es spielt keine Rolle, denn es ist immer klar, dass Eivør gerade etwas sehr Bedeutsames mitteilt – und das liegt an ihrer wunderbaren Stimme: hell und klar von tief unten bis hoch hinaus; zart, aber nie elfenhaft; eindringlich, aber nie flehend.

Denn da ist immer dieses Kraftvolle, Bestimmte in ihrer Stimme. Und dieses verschmitzt Geheimnisvolle, als würde sie einem hinter vorgehaltener Hand etwas erzählen, worüber man eigentlich nicht sprechen sollte.

Ihre Folk- und Popmelodien lässt Eivør gern von kühler Elektronik und sphärischen Beats begleiten, was sie noch geheimnisvoller klingen lässt. Live spielt die Musikerin selbst oft Gitarre oder Felltrommel – und schenkt dem Sphärischen damit ein bisschen Wärme. Wie ein Feuer in der langen nordischen Nacht.

Maria Künzli

Konzerte: morgen, 20.30 Uhr, Kulturhof Schloss Köniz (aus­verkauft); für Kurzentschlossene und Reisebegeisterte: heute, 20.15 Uhr, Grabenhalle, St. Gallen. Aktuelles Album: «Live in Tórshavn», Norse Music (2019).

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