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«Lieber ein Spaziergang als ein Verdauungsschnäpsli»

Gastroenterologe Kaspar Truninger weiss, wie man Magen und Darm in Schuss hält, damit die Verdauung der Festtagsvöllerei gewachsen ist.

Interview: Stefan Aerni

Herr Truninger, haben Sie über die Festtage mehr Patienten als sonst?

Nein, die Beschwerden sind wohl selten so ausgeprägt, dass die Leute zu uns kommen.In diesen Tagen essen fast alle Menschen mehr als üblich. Kann man möglichen Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen vorbeugen?

Die Hauptursachen dieser Probleme sind zu viel und zu schnelles Essen. Deshalb empfiehlt sich, den Teller nur halb zu füllen und zwischen den Gängen eine Pause von 15 bis 20 Minuten einzulegen. Und wenn man satt ist, nichts mehr nachschöpfen – auch wenn das Essen wunderbar aussieht.Kann ein einmaliges «Überessen» bereits zu Schäden am Verdauungstrakt führen?

Nein, das ist kaum möglich.Und wenn es regelmässig vorkommt?

Zu viel essen führt langfristig zu Übergewicht. Und damit verbunden kann es zu einer Reihe von Zivilisationskrankheiten kommen wie zu einer Fettleber, zu Diabetes, hohem Blutdruck und anderen Problemen.Ist es sinnvoll, vor einer üppigen Mahlzeit Medikamente zu nehmen, die den Magen schonen?

Ja, das kann durchaus etwas bringen. Ich denke da an Personen, die bei späten, grossen Mahlzeiten mit Rotwein und Süssigkeiten zu Sodbrennen neigen. Ein Medikament, das die Magensäureproduktion hemmt, kann da helfen. Sollte das nicht genügen, kann nach dem Essen zusätzlich ein Säure neutralisierendes Medikament wie Rennie eingenommen ­werden.Gibt es auch natürliche, pflanzliche Mittel?

Ingwer-, Fenchel- oder Anistee können ebenfalls hilfreich sein. Auch Artischockenpräparate wirken gegen Völlegefühl und Blähungen.Und was ist mit dem populären Verdauungsschnäpsli?

Lieber nicht. Das betört vielleicht den Geist, verlangsamt aber die Magenaktivität und hilft somit nicht. Viel besser ist ein Spaziergang.

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