Pegasus: Überflieger mit Höhenbammel

Nummer-eins-Hits, Platin- und Goldauszeichnungen: Die Bieler Band Pegasus war in den ­letzten Jahren ganz schön erfolgreich. Mit «Beautiful Life» will die Band internationaler werden. Einen Zwischenhalt gibt es am Gurtenfestival in Bern.

Nur noch zu dritt: Die Bieler Band Pegasus um Sänger Noah Veraguth (Mitte). Links Drummer Stefan Brønner, rechts Bassist Gabriel Spahni.

Nur noch zu dritt: Die Bieler Band Pegasus um Sänger Noah Veraguth (Mitte). Links Drummer Stefan Brønner, rechts Bassist Gabriel Spahni.

(Bild: Lucian Hunziker)

Hoch über der Stadt: Pegasus-Leadsänger Noah Veraguth wirkt beim Treffen im Clouds-Bistro im 35. Stockwerk des Zürcher Prime Tower entspannt – und das, obwohl der 28-Jährige nicht ganz schwindelfrei ist, wie er mit einem Lächeln verrät. Mit den letzten beiden Alben «Human.technology (2011) und «Love & Gunfire» (2014) ging es für ihn und seine Band Pegasus hoch hinaus. Auf Nummer-eins-Hits wie «Skyline» folgten Platin- und Goldauszeichnungen.

Doch dann der Bruch: «Mit dem Ende der ‹Love & Gunfire›-Tour vor zwei Jahren endete für uns ein Zyklus», sagt Veraguth. Nach dem Bandaustritt von Gitarrist Simon Spahr 2016 legen Noah Veraguth (Sänger), Stefan Brønner (Drums) und Gabriel Spahni (Bass) mit «Beautiful Life» nun ihr erstes Album vor, das sie zu dritt aufgenommen haben.

Veraguths Blick schweift über den Zürichsee und die Bergkette dahinter. Ein Bild, das beim Sänger etwas auslöst, auch wenn die Bandmitglieder inzwischen in Berlin wohnen. «Die Schweiz wird für mich Heimat bleiben, auch wenn ich kein Patriot bin.» Der Wechsel nach Berlin bedeute für Pegasus einen Schritt in Richtung Internationalität. Der Grossteil der Aufnahmen ist aber in England entstanden. «In London passierten all die Veränderungen, die in der Luft lagen.»

Frischer Wind

Der frische Wind ist auf dem ­45-minütigen Album zu spüren. «Weniger ist mehr», umreisst Veraguth die Idee hinter dem neuen Album. «Das Zwischenmenschliche kam auf den letzten beiden Alben zu kurz.»

Viele der zehn Songs sind weniger üppig arrangiert als jene der Vorgängeralben. Sie tragen Titel wie «Get Over You» oder «Days of No Reply». Von einer «kreativen Explosion» spricht Veraguth. «Ich zog Bilanz und konnte dadurch für mich vieles in Ordnung bringen.»

Auf das neue Album hat er indes nicht nur eigene Herzensangelegenheiten gepackt, sondern auch Allgemeines: Liebe, Freundschaft, Familie – und Politik. «Never give up. Don’t stop dreaming», heisst es in einer Songzeile des Titelstücks «Beautiful Life». «Wir brauchen heute etwas Optimismus. Unsere Musik soll auch Mut machen», meint der 28-Jährige.

«Wir brauchen ­heute etwas Optimismus.»Noah Veraguth

Neue Töne

Während viele Lieder mit Ve­raguths markanter Stimme und einem balladigen Popmix eine klare Pegasus-Handschrift zeigen, überrascht die Band in Songs wie «Lost to Be Found» mit einem Reggaetoneinschlag. «Wir hatten Lust, uns neu zu erfinden», kommentiert der Sänger. Zarter besaitet zeigen sich die drei Bieler mit dem neuen Album allemal. Bei «Frozen River» schrammen sie haarscharf am Kitsch vorbei. Ansonsten: Die Songs haben Reife, die Texte Substanz.

So tönen Pegasus auf ihrem neuen Album: Der Song «Lost to Be Found». Video: Youtube/PegasusVevo

Die Bieler leben von ihrer Musik. «Wir leben unseren Traum», sagt der schwärmerische Vera­guth. Doch der Höhenängstliche will noch höher hinaus. «Sollte sich die Gelegenheit ergeben, würde ich gerne lernen, ein Flugzeug zu fliegen.»

Pegasus: «Beautiful Life», Sony. Live: Do, 13. Juli, Gurtenfestival.

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