Die Super League ist spannend wie noch nie

Jetzt mischt auch Sion mit. Nach sieben Runden wurde aus dem Duell YB gegen den FCB ein Dreikampf um die Tabellenspitze.

Das sagt FCB-Captain Valentin Stocker nach dem ersten Duell gegen seinen Freund und YB-Captain Fabian Lustenberger. (Video: E. Tedesco)

FC Basel 16 Punkte. FC Sion 16. Young Boys 15. Aus dem Duell zwischen Bern und Basel ist nach sieben Runden ein Dreikampf geworden. Denn nach fünf Siegen in Serie stürmt auch der FC Sion in Richtung Gipfel. Spannend: Die Top 3 in der Tabelle trennt lediglich ein Punkt. Das hat es seit der Einführung der Super League 2003 noch nie gegeben.

Die Walliser mischen erstmals seit 2012 wieder einmal an der Tabellenspitze mit. Damals führte Sion die Rangliste nach gleich vielen Runden vor St. Gallen und GC an. Mit Valon Behrami, Pajtim Kasami und dem überraschenden Last-Minute-Transfer Seydou Doumbia setzt Präsident Christian Constantin zum Gipfelsturm an. «Man kann dieses Jahr etwas Grosses erwarten vom FC Sion», richtete Kasami vor einer Woche eine Kampfansage an die Konkurrenz.

«Wir müssen abwarten, ob sie das durchziehen», sagte Fabian Frei nach dem Remis im Spitzenspiel, das den Baslern für den Verbleib auf Platz 1 reichte. «YB gegen Basel ist das Beste, was der Schweizer Fussball momentan zu bieten hat. Das hat man am Sonntag, glaube ich zumindest, auch gesehen.»

Spezielle Affiche für die «Berliner» Captains

Viel mehr investieren könne man nicht. Nur das zweite Tor habe gefehlt, sagte Fabian Lustenberger. «Sonst hat alles gepasst: Einsatz, Lauf- und Kampfbereitschaft. Man hat gesehen, dass es ein Spitzenspiel war.» Es sei ein intensives Duell gewesen, «aber es hat Spass gemacht», sagte Valentin Stocker. Obwohl für ihn und Lustenberger während mindestens 90 Minuten eine Freundschaft auf dem Prüfstand stand.

Denn für die beiden «Berliner» Captains war das Spitzenduell eine ganz besondere Affiche. Bei Hertha Berlin spielten Stocker und Lustenberger jahrelang Seite an Seite. Am Sonntag waren die beiden Luzerner erstmals Gegner. Resultatmässig ging die Partie aus Sicht der Freunde glimpflich aus. Leistungsmässig hatte Verteidiger Lustenberger leicht die Nase vorn (siehe Box).

Lustenberger und Stocker verbindet nicht nur Fussball

«Es ist sicher speziell, aber nicht so, dass ich in meiner Karriere noch nie gegen Freunde gespielt hätte. Gegen Yann Sommer habe ich in Gladbach sogar ein Tor gemacht», so Stocker. Dennoch: Bei der Platzwahl fiel die Umarmung der beiden Captains am Sonntag etwas länger und auch freundschaftlicher aus als sonst. Stocker lächelnd: «Was soll ich dazu sagen? Es ist schon etwas Besonderes, von Berlin zurückzukommen. Zudem sind wir beide Captain, und uns verbindet auch neben dem Fussball in den letzten vier, fünf Jahren relativ viel. Es gibt Wichtigeres als Fussball, und das eint uns.»

Lustenberger und seine Frau haben Stocker und seiner Freundin durch die Anfangszeit in Berlin und bei der Wohnungssuche geholfen. Aus der Nachbarschaft (wenige 100 Meter Luftlinie) wurde Freundschaft, die bis heute gehalten hat. Zurück in der Schweiz sind die beiden in der Zentralschweiz wieder Nachbarn. Diesmal beträgt die Fahrdistanz 20 Minuten. Ganz freundschaftlich haben sich die beiden auch die Punkte geteilt. «Ich glaube, das ist für uns beide okay», sagte Stocker.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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