Ein Löschzug für eine Million? SBB eröffnet Secondhand-Shop

Die SBB bietet neuerdings ausrangierte Züge und Loks zum Verkauf im Internet an. Die ersten Eisenbahnfreunde haben bereits zugeschlagen.

Er kostet eine Million Franken, es gibt aber noch teurere Angebote: der Löschzug im SBB-Webshop. Bild: Screenshot sbbresale.ch

Er kostet eine Million Franken, es gibt aber noch teurere Angebote: der Löschzug im SBB-Webshop. Bild: Screenshot sbbresale.ch

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wollen sich ein kleines Zubrot verdienen mit dem Verkauf ausrangierter Züge, Loks, Wagen, Weichen oder Transformatoren. Das Unternehmen hat dafür kürzlich einen Secondhand-Webshop eröffnet. Erste Deals sind gemacht.

Auf der Webseite «SBBresale.ch» findet der Bahnenthusiast alles, was sein Herz höher schlagen lässt. Der «SonntagsBlick» hat in seiner neusten Ausgabe über den neuen Vertriebskanal berichtet. «Wir haben den Webshop letzte Woche vorerst intern kommuniziert, um zu schauen, wie das Angebot ankommt», erklärte SBB-Mediensprecher Stephan Wehrle auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Bei rund 33'000 SBB-Angestellten kommen da bereits einige mögliche Kaufinteressenten zusammen. Im Fokus haben die SBB einerseits private «Ferrophile», Hobbybähnler oder Clubs von Eisenbahnfreunden, welche das alte SBB-Material zu Ausstellungszwecken und zur Ausstattung ihres Gartens oder Geländes erwerben möchten, wie Wehrle betonte. Hauptadressaten des neuen Angebots seien aber professionelle Händler und Industriebetriebe.

Drei alte Weichen verkauft

Ein Blick auf die neue Webseite zeigt, dass einige Käufer schon zugeschlagen haben. Verkauft sind unter anderem bereits ein 3-Phasen-Transformator für 75'000 Franken oder drei alte Weichen aus den Jahren 2002 und 2003 für 25'000, 27'000 und 29'000 Franken. Noch zu haben sind zwei Triebwagen für rund 800'000 respektive 1,3 Millionen Franken, ein Lösch- und Rettungszug ab einer Million Franken oder eine Dieselelektrolok ab 200'000 Franken.

Die Identität der Käufer ist den SBB bekannt. Zum Verwendungszweck müssen sie laut Wehrle jedoch keine verbindlichen Angaben machen. Das öffnet theoretisch auch unseriösen Käufern Tür und Tor. «Sollten wir erkennen, dass jemand systematisch im neuen Onlineshop einkauft, um die Ware anschliessend gewinnbringend weiterzuverkaufen, werden wir versuchen, dies zu unterbinden», sagte Wehrle. Vollständig verhindern liessen sich solche Manöver jedoch nicht.

Das Sortiment im Secondhand-Webshop soll nun rasch ausgebaut werden. Sämtliche Divisionen der SBB können Material zum Wiederverkauf in den Onlineshop stellen. Hauptzweck ist nachhaltigeres Wirtschaften mit Fahrzeugen und Anlagen. Zudem entlasten die Wiederverkäufe das SBB-Budget.

red/sda

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