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Das Jazzalbum, das alle hören sollten

Wer Miles Davis' «Kind of Blue» kennt, kommt nicht mehr los davon. Eine Liebeserklärung.

Der Text, vorgelesen von Autor Linus Schöpfer und mit Sound-Ausschnitten aus «Kind of Blue».

(Bild: Michael Ochs Archives/Getty Images, Audio-Bearbeitung: Anthony Ackermann)

Linus Schöpfer@L_Schoepfer

Hätte unsere Epoche ein musikalisches Leitmotiv, es klänge in etwa so: «Knorz. Knorz.»

Wo man auch hinhört – es ächzt. In den Parlamenten, den Firmen, den sozialen Medien. Ein guter Moment, sich an «Kind of Blue» zu erinnern. An jenes tiefenentspannte, magische Album, das Miles Davis vor just 60 Jahren zur Welt brachte.

«Kind of Blue», eine knapp einstündige Aufnahme, ist vielleicht die beste aller Jazzplatten – und zugleich jene, die sich am besten verkaufte, circa sechs Millionen Stück. Alle scheinen sie zu mögen, Jazzfreunde wie Jazzfremde, Musiker wie Kritiker.

«Kind of Blue» sei seine Bibel, sagt Rapper Q-Tip. Man müsse einfach ein Exemplar davon im Haus haben. Und ja: Wo man sich «Kind of Blue» auch anhört, entfaltet es seine Wirkung, die an Mystik grenzt.

Ob am Sonntagabend in der Stube ab Schallplatte oder am Mittwochmorgen mit Kopfhörern im Tram: Die Melodien fliessen, die Zeit verzögert sich, und die guten Geister fliegen herbei. Alltag transzendiert.

Mit einem Crash gehts los

Sekunde null, Track eins, «So What». Bill Evans, der impressionistische Hornbrillen-Nerd, eröffnet «Kind of Blue» mit perlenden Tönen vom Klavier. Auch wegen Evans klingt das Album manchmal nach Rachmaninoff, nach europäischer Avantgarde – und zugleich immer leicht und träumerisch. Der Ton ist gesetzt.

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