Ex-Manager der Skandalbank Danske tot aufgefunden

Die estnische Filiale der Bank ist in einen riesigen Geldwäschereifall verwickelt. Nun ist deren früherer Chef tot.

Inmitten eines riesigen Skandals: Die estnische Filiale der Danske Bank. Foto: Reuters/Ints Kalnins

Inmitten eines riesigen Skandals: Die estnische Filiale der Danske Bank. Foto: Reuters/Ints Kalnins

Der Ex-Chef der von einem Geldwäscheskandal erschütterten Danske Bank in Estland, Aivar Rehe, ist tot. Ein Sprecher der estnischen Polizei sagte am Mittwoch zu Reuters, der Leichnam des Mannes sei gefunden worden. Die Polizei hatte den 56-jährigen Rehe seit Montag gesucht. Zuerst in einem nahe liegenden Wald, dann an seinem Wohnort. Laut der estnischen AgenturERR deute vieles auf Selbstmord hin.

Rehe leitete die Filiale der Danske Bank in Estland von 2007 bis 2015. In dieser Zeit waren über das Geldhaus verdächtige Zahlungen im Volumen von rund 200 Milliarden Euro gelaufen. Rehe fühlte sich dafür verantwortlich, wie er dem estnischen Blatt «Postimees» sagte. Die Bank habe nichts falsch gemacht, doch seien die Transaktionen schon suspekt gewesen.

In mehreren Ländern, darunter in den USA, laufen Ermittlungen gegen das Institut. Die estnische Staatsanwaltschaft hat im letzten Jahr gegen zehn Mitarbeiter der Danske Bank ermittelt. Rehe sei dabei nicht als Verdächtiger geführt worden, sondern ein Zeuge, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Danske Bank hat selbst einen umfassenden Bericht publiziert, in dem der Skandal aufgearbeitet wird. Eine darin enthaltene Auswertung der Geldflüsse zeigt, dass rund 12 Milliarden Franken in der Schweiz gelandet sein sollen.

Razzia bei Deutscher Bank wegen Danske-Skandal

Die Deutsche Bank ist im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank ins Visier der Ermittler geraten. Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamts seien seit Dienstag in den Räumen der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt, um Unterlagen zu sichern, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Die Ermittler gingen dem Verdacht nach, dass das Institut Geldwäscheverdachtsmeldungen zu spät abgegeben habe. Es gebe zwar einen Durchsuchungsbeschluss, doch die Deutsche Bank kooperiere mit den Behörden. Die Deutsche Bank erklärte, sie habe den Sachverhalt selbst umfassend aufgearbeitet und die angeforderten Unterlagen soweit möglich freiwillig herausgegeben. Sie werde weiter mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Zuerst hatte die «Süddeutsche Zeitung» über den Vorgang berichtet.


Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie Suizidgedanken, oder kennen Sie jemanden, der Unterstützung benötigt? Kontaktieren Sie bitte die Dargebotene Hand, Telefon 143. E-Mail- und Chat-Kontakte finden Sie auf www.143.ch. Das Angebot ist vertraulich und kostenlos. Für Kinder und Jugendliche ist Telefon 147 da, auch per SMS, Chat, E-Mail, www.147.ch. Weitere Informationen finden Sie auf www.reden-kann-retten.ch. Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben, gibt es auf www.trauernetz.ch.

jb/SDA

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