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Im Berner Derby ist der Gast König

Auch im letzten Derby des Jahres unterliegt das Team, das zu Hause antritt. Der BSV Bern gewinnt bei Wacker Thun 29:28.

Die Partie zum Nachsehen im Stream. (Quelle: Wacker-TV)

Am Ende verhalten sich die Akteure, als gelte es nachzuholen, was sie in den 48 vorangegangenen Minuten verpasst haben. Auf einmal unterhält einen die Partie prächtig; spürbar intensiver wird sie nun geführt. Einen Platzverweis, eine 2-Minuten-Strafe gegen einen der beiden Coachs, einen verschossenen Penalty sowie einen Wurf in der allerletzten Sekunde beinhaltet die Schlussphase – und vor allem: Drama, Dramatik, Emotionen.

In der hitzigen Atmosphäre bewahren die Oberländer nicht kühlen Kopf. Lange können sie in Überzahl agieren, und währenddessen geben sie eine Zweitoreführung preis. Und als sie in den finalen Momenten unvermittelt doch noch einmal angreifen können, den Punktgewinn vor Augen haben, scheitert der bereits davor glücklose Captain Jonas Dähler aus Spitzestwinkel. 28:29 unterliegt Wacker dem BSV Bern. Trainer Martin Rubin spricht mal wieder Klartext, sagt: «Wir waren schlicht zu dämlich.»

Der innerkantonale Vergleich ist für einmal nicht gleichzeitig ein nationales Spitzenspiel, gerade weniger ein Gipfeltreffen denn ein Krisengipfel. Zumindest in einem Tief befinden sich die Clubs, auch wegen all der Ausfälle, welche sie zuletzt verzeichneten. Dass die Teams nicht in Hochform sind, vermögen sie im Aufeinandertreffen nicht zu kaschieren. Es ist eine Begegnung auf bescheidenem Level. Schwer tun sich vorab die Keeper, welche sich lange kaum auszeichnen können, und dies nicht deswegen, weil die Akteure lückenlos derart überzeugend werfen würden.

Schlecht begann der Tag für die Anhänger der Thuner, mit der Nachricht nämlich, dass sich Ron Delhees das Kreuzband gerissen hatte. Der Nationalspieler verpasst nicht bloss die EM, sondern den Rest der Saison und womöglich den Auftakt in die nächste Spielzeit. Die Verletzung erlitt der Linkshänder letzten Mittwoch im Cupviertelfinal gegen St. Otmar. Im Vorjahr hatte er sich gleichfalls einen Kreuzbandriss zugezogen – im selben Wettbewerb, gegen denselben Club, zu einem ähnlichen Zeitpunkt.

Die Vorentscheidung fällt in einer Phase, da die Stadtberner zurückliegen und nach Sanktionen gegen den mit einer Roten Karte belegten Captain Tobias Baumgartner und den sehr oft reklamierenden Coach Aleksandar Stevic in Unterzahl agieren müssen. Sie drehen die Partie, und zwar vornehmlich dank Nico Eggimann, welcher die letzten fünf Treffer seiner Mannschaft erzielt. Auch im vierten und letzten Berner Duell des Jahres setzt sich das Gästeteam durch.

Vielleicht stimmt ja doch, was man so oft hört: dass Derbys ihre eigenen Gesetze haben.

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