So wird Ihr Badezimmer zur Wohlfühloase

Auch aus einem kleinen Bad lässt sich mit wenig Aufwand eine wohlige Wellnesszone machen. Oft genügen ein paar Accessoires.

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Silvia Aeschbach

Menschen, die sich öfter in komfortablen Hotels aufhalten, schätzen den Luxus eines tollen Badezimmers: Die XL-Badewanne, die qualitativ hochwertige Frotteewäsche und die wohlriechenden Pflegeprodukte im Miniformat. Nicht zu vergessen die angenehme Beleuchtung, die stufenlos dimmbar allen Stimmungen gerecht wird. Was für ein Gegensatz zur zweckmässigen Nasszelle, wie sie viele von uns zu Hause haben.

Der Aufenthalt in einem tollen Badezimmer kann ein echtes Erlebnis sein. Sei es wegen der Regenbogendusche, die an Ferien in fernen Länder erinnert. Oder wenn wir stundenlang im warmen Badewasser liegen, der Stille lauschen und spüren, wie die Haut langsam zu schrumpeln beginnt. Und uns danach im übergrossen, kuschligen Bademantel wohlig wie ein Baby fühlen.

Natürlich haben die wenigsten von uns die Möglichkeit, sich ein solches Luxusbadezimmer zu erschaffen. Als Wohnungsmieter kann man meistens nur kleinere Veränderungen vornehmen. Doch es gibt viele Möglichkeiten, sich von gewissen Vorzügen eines edlen Hotelbadezimmers inspirieren zu lassen. Und das Beste: Man braucht dafür nicht zu verreisen, sondern kann sich die Ideen aus Wohnmagazinen oder aus Interior-Blogs holen. Aus einem banalen Bad kann ein echter Lieblingsraum werden, den man an trüben Herbst- und Winterabenden am liebsten nie mehr verlassen möchte.

Die Realität: Langeweile
Die meisten Menschen setzen, wenn es um die Einrichtung des Badezimmers geht, am liebsten auf Altbewährtes: Frotteewäsche und Teppichvorleger aus einem ähnlichen Farbspektrum. Dafür darf der Duschvorhang eine originelle Note haben: Comicfiguren und grafische Muster gefallen (leider) nicht nur den Kindern.

Die Lösung: Mut zur Farbe
Es lohnt sich, neue Farbwelten zu entdecken. Helle Pudertöne kombiniert mit der weissen Keramik von Waschbecken und Co. wirken frisch und beruhigend. Diese Farbtöne sind momentan nicht nur bei nachhaltigen Wohnungseinrichtungen gefragt, sondern auch im Badezimmer. Optimal auch als Gegenstück zu diesen Eiscremefarben sind Accessoires mit grafischen Mustern oder weisse, schwarze oder graue Akzente. So wirkt der Look nicht zu süsslich.

Immer häufiger sieht man in Fachzeitschriften auch dunkelblaue oder gar schwarz geflieste Bäder. Kombiniert werden diese mit Möbeln und Accessoires aus natürlichen Materialien. Zum Beispiel mit einem geflochtenen Rattankorb, einem Sideboard aus nachhaltigem Holz oder einer Schale aus Kork. Auch wenn es nicht möglich ist, diesen speziellen Look zu kopieren, eine Mischung aus eher kühlen Farben und Materialien wie zum Beispiel Stein, Glas oder Metall mit warmen Farbtönen, organischen Formen und natürlichen Elementen ist spannend.

Die Realität: Chaos pur
Nicht nur Familien kennen das Problem von überquellenden Waschkörben, überflüssigen Gegenständen und halb leeren Produkten, die nur unnötig Platz wegnehmen. Sie alle sorgen dafür, dass die Dinge, die man wirklich im Alltag braucht, dann nicht zu finden sind, wenn man absolut keine Zeit zum Suchen hat.

Die Lösung: Weg mit dem Ballast
Sie müssen nicht den strengen Aufräumregeln von Ordnungsguru Marie Kondo folgen und die Waschlappen nach Farben ordnen. Aber Sie werden merken, wie befreiend es sein kann, sich von Überflüssigem zu trennen. Und wie es Freude machen kann, wenn man weniger sucht und häufiger findet.

Am Anfang steht die Frage: Was brauche ich wirklich in meinem Badezimmer? Also weg mit der Sonnencreme, die seit 2014 abgelaufen ist. Auch Medikamente, die schon lange ihr Verfalldatum überschritten haben, sollten fachgerecht entsorgt werden. Gleiches gilt für die Waage, die sie vielleicht fünf Kilo schlanker schummelt, aber über die Sie jeden Tag stolpern, wenn Sie mit nassen Füssen aus der Dusche kommen. Überflüssig sind auch die drei hässlichen Nylonzahnbürsten in Neonfarben für jene Übernachtungsgäste, die eh nie kommen werden. Und warum sollte man vier aluminiumhaltige Deos horten, wenn man diese sowieso nicht mehr braucht?

Darum sollte man sich so organisieren, dass man die Dinge, die man täglich benutzt, mit einem einzigen Griff findet. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Die Belohnung folgt danach: Dann, wenn es darum geht, das Badezimmer mit ausgewählten Produkten, Textilien und speziellen Accessoires zu dekorieren. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr. Die edle Keramikschale, die als Seifenhalter dient, die zwei Badezusätze in schönen Glasbehältern und die weissen Waschlappen, die aufeinandergelegt zum optischen Hingucker werden. Und schon fühlt man sich wie im edlen Badezimmer eines luxuriösen Fünfsternhotels.

Die Realität: Alltagsstress ohne Ende
Die Dusche dient der schnellen und gründlichen Reinigung unseres Körpers. Das Shampoo bleibt das gleiche, selbst wenn unsere Haare eine andere Qualität bekommen haben. Und die Badewanne wurde in den letzten Jahren nach dem Einzug gerade vielleicht drei- oder viermal benutzt. Ein klarer Fall von Bequemlichkeit und mangelnder Selbstliebe. Und die Ausrede? Ich will keine Zeit mit Überflüssigem verschwenden. Bei mir muss alles schnell gehen. Vielleicht muss zuerst einmal das Handy beim Spülen ins WC fallen, damit dieser stressige Lebensstil überdacht wird.

Die Lösung: Zeit für kleine Alltagsfluchten
Zuerst einmal: Elektronische Geräte haben im Badezimmer nichts verloren, ausser wenn es ums Musikhören geht. Wenn es jetzt draussen zunehmend ungemütlicher wird, sollten Sie das Badezimmer schätzen lernen. Es ist ganz einfach, eine entspannende Atmosphäre zu schaffen. Ein warmes Bad mit einem wohlriechenden Zusatz, Kerzenlicht und einem Gläschen Champagner versetzen in eine angenehm entspannte Stimmung. Frauen kennen sich mit gewissen Pflegeritualen besser aus als Männer. Für viele Männer ist Körperpflege, die über ein minimales Mass hinausgeht, verlorene Zeit. Aber es ist nie zu spät, um die Erfahrung zu machen, dass eine Reinigungsmaske für die Haut kein übertriebener Luxus ist – und ein neuer Duft nach Jahren des altgedienten Rasierwassers ein kleiner, sinnlicher Alltagsgenuss.

Die Realität: Hauptsache praktisch und günstig
Wenn es um die Einrichtung eines neuen Badezimmers geht, wird oft schnell entschieden. Sie muss pflegeleicht, günstig und im Falle einer Familie mehrheitsfähig sein. Also keine Extravaganzen, sondern Durchschnittsware vom Grossverteiler. Die Frotteewäsche sollte auch nach dem zwanzigsten Waschgang nicht beinhart sein, wenn es drei für zwei Handtücher zum günstigen Preis gibt, schlagen wir zu. Und Regale und Schubladenmöbel müssen keinen Designpreis gewinnen, sondern als Ordnungshüter dienen.

Die Lösung: Qualität ist kein Luxus
Erinnern Sie sich, welche wohligen Gefühle hochwertige Frotteewäsche auslösen kann? Gönnen Sie sich dieses Gefühl. Täglich! Denn sollten Textilien, die täglich mit Ihrer Haut in Berührung kommen, nicht von bester, nachhaltiger Qualität sein? Nachhaltigkeit ist übrigens auch im Badezimmer ein Trend, der sich weiter ausbreitet. Zu sehen etwa bei den neuen Zahnbürsten mit Bambusstiel und ohne Plastikborsten oder bei Badewannen- und Duschvorlegern, die aus ehemaligen PET-Flaschen hergestellt wurden. Und durchaus attraktiv aussehen.

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