28 Aufgaben und Klagen nach dem Mitternachts-Marathon

Im Gegensatz zur souveränen Siegerin Ruth Chepngetich kapitulierten viele im WM-Rennen vor der Hitze und Feuchtigkeit von Doha.

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Trotz der ungewohnt späten Startzeit – 23.59 Uhr Lokalzeit in Doha – trafen die 68 Starterinnen in der Nacht auf Samstag auf extreme Bedingungen mit Temperaturen um 32 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von bis über 70 Prozent. Diese forderten ihren Tribut, indem gleich 28 Läuferinnen aufgaben.

Die Organisatoren hatten das Rennen mit der Begründung starten lassen, sie hätten alles getan, um hitzebedingte Gefahren zu minimieren, es werde bei akzeptierbaren Gesundheitsrisiken stattfinden. Dies sahen indessen einige der Athletinnen und ihrer Betreuer anders. «Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber uns Sportlerinnen», sagte die weissrussische Europameisterin von Berlin, Wolha Masuronak, die Fünfte wurde. «Die Feuchtigkeit bringt dich um, du kannst nicht atmen. Ich hatte gedacht, dass ich das Rennen nicht beenden würde.»

Die kenianische Siegerin Ruth Chepngetich, die den Kurs über sechs Runden à 7 Kilometer an der Strandpromenade Corniche in 2:32:43 Stunden und damit am schnellsten bewältigte, teilte diese Meinung nicht. «Es war ein hartes Rennen, aber ich wusste, was ich zu erwarten hatte, da ich schon in Dubai angetreten war. Ich hatte auch für dieses Wetter trainiert, indem ich nachmittags lief, wenn die Sonne hoch am Himmel stand.»

«Das könntest auch du sein»

Vorwürfe erhob auch der äthiopische Marathon-Coach Haji Adillo Roba, dessen drei Läuferinnen aufgaben, darunter Tokio-Siegerin Ruti Aga. Zu BBC Sport sagte er: «Wir hätten in solchen Bedingungen in unserem Land nie einen Marathon ausgetragen.» Die Kanadierin Lyndsay Tessier sagte, sie habe auf der Strecke einige bange Momente erlebt. «Du siehst jemanden am Boden, und das ist erschreckend, weil du befürchtest, dass es in 500 Metern oder einem Kilometer auch du sein könntest.» Sie sei froh, das Rennen aufrecht beendet zu haben.

Der Marathon der Männer mit dem EM-Zweiten Tadesse Abraham findet in der Nacht auf Sonntag, den 6. Oktober, statt, Startzeit ist ebenfalls 23.59 Uhr.

red

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