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Wermuth und Meyer wollen an die SP-Spitze, Badran sagt ab

Die beiden Nationalräte kandidieren gemeinsam für die Levrat-Nachfolge. Jacqueline Badran macht ihnen das Präsidium nicht streitig.

Zwei, die sich gut verstehen und bald an der Spitze ihrer Partei stehen könnten: Die SP-Nationalräte Mattea Meyer und Cédric Wermuth.
Zwei, die sich gut verstehen und bald an der Spitze ihrer Partei stehen könnten: Die SP-Nationalräte Mattea Meyer und Cédric Wermuth.
Keystone

Die Zürcher Nationalrätin Mattea Meyer und der Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth bewerben sich gemeinsam um die Nachfolge für den abtretenden SP-Parteipräsidenten Christian Levrat. Ihre Kandidatur bestätigen die beiden in einem vorab veröffentlichten Interview mit der «Wochenzeitung» (WOZ). Die Zeit der Einzelkämpferinnen und -kämpfer sowie der grossen Heldinnen und Helden sei abgelaufen, sagt Meyer im Interview auf die Frage, wozu es überhaupt ein Kopräsidium brauche. Ein alleiniges Präsidium wäre für ihn schon rein familiär nicht vorstellbar, erklärt Wermuth.

«Wir haben beide gute Erfahrungen mit Kopräsidien gemacht, vorausgesetzt, man kennt sich gut und vertraut einander. Wir stehen uns politisch nahe, was sinnvoll ist. Denn wir müssen mit einer Stimme reden, um stark zu bleiben. Für mich ist das Präsidium der falsche Ort, um die inhaltliche Breite einer Partei abzubilden», sagt Meyer im Interview weiter.

Kommt Reynard – und wenn ja, mit wem?

Die Wahl findet Anfang April in Basel statt. Aus dem Rennen genommen hat sich die populäre Zürcher Nationalrätin Jacqueline Badran. Dem «Blick» sagte sie: «Nur weil ich von Verschiedenen gehandelt wurde, heisst das nicht, dass ich je im Sinn gehabt hätte zu kandidieren.» Sie sei mit Leib und Seele Unternehmerin und wolle ihre Mitarbeitenden nicht im Stich lassen.» Auch die Aargauer Nationalrätin Gabriela Suter (47) zieht sich zurück. Zu den Kandidaten, die Meyer und Wermuth herausfordern könnten, gehört der Walliser Mathias Reynard. Der 32-jährige Nationalrat überlegt sich ebenfalls eine Kopräsidiums-Kandidatur zusammen mit einer Frau. In Frage kämen zum Beispiel die Solothurnerin Franziska Roth oder die Zürcherin Priska Seiler Graf.

Wermuth und die Grünen

Meyer und Wermuth wollen mit den Mitgliedern diskutieren, wie die Partizipation anders gestaltet werden kann. Sie finde es wichtig, dass die Verantwortung in Zukunft auf mehr Schultern verteilt werde, meint Meyer. «Wir wollen die Menschen in der Partei mitnehmen und ihnen auch echte Verantwortung geben», ergänzt Wermuth. Was das Verhältnis zu den Grünen betrifft, hat Wermuth klare Vorstellungen: «Wir werden sicher nicht unsere Zeit damit verbringen, uns von den Grünen abzugrenzen. Wir sind politisch zu nah, und die andere Seite ist zu stark. Was es braucht, ist eine Verbindung der Kämpfe.»

In einem am Mittwoch veröffentlichten Communiqué der Beiden heisst es zudem: «Wir sind überzeugt, dass es gerade jetzt eine starke Sozialdemokratie braucht, welche Teil dieser sozialen Bewegung ist. Es braucht einen linken Aufbruch für ein Zukunftsprojekt, das die vielfältigen Anliegen bündelt. Für eine fortschrittliche, moderne Idee von Gesellschaft, die wieder Hoffnung schafft.»

Die 32-jährige Mattea Meyer sass zwischen 2011 und 2015 im Kantonsrat Zürich, ehe sie in den Nationalrat gewählt wurde. Cédric Wermuth sitzt seit 2011 im Nationalrat. Von 2008 bis 2011 war er Parteipräsident der Juso Schweiz. Von 2014 bis 2018 teilte er sich mit Grossrätin Elisabeth Burgener das Co-Präsident der SP Aargau. Kopräsidien gibt es auch bei Sozialdemokraten ausserhalb der Schweiz: Unlängst haben sich etwa die deutschen Sozialdemokraten für eine Doppelspitze mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans entschieden.

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