Will dieser Top-Banker US-Präsident werden?

«Ich kann Donald Trump schlagen», sagt Jamie Dimon. Dann krebst der Vorsitzende von JP Morgan Chase zurück.

Mehrere Wirtschaftsbosse zeigen Ambitionen für das Präsidentschaftsamt: JP Morgan-Chef Jamie Dimon.

Mehrere Wirtschaftsbosse zeigen Ambitionen für das Präsidentschaftsamt: JP Morgan-Chef Jamie Dimon. Bild: Keystone

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Was immer ihn bewogen haben mochte, er sagte es: «Ich kann Donald Trump schlagen, ich bin genau so hart im Nehmen wie er, aber ich habe mehr Grips», tönte Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender der New Yorker Mega-Bank JP Morgan Chase, am Mittwoch. Dann schob er Richtung Trump nach: Er habe seinen Reichtum selber erworben, «es war kein Geschenk von Daddy».

Wenig später distanzierte sich der Top-Mann von seinen eigenen Worten und bekannte, er hätte den Mund halten sollen. Um die Präsidentschaft wolle er sich nicht bewerben, aber es frustriere ihn, dass die verfeindeten politischen Parteien nicht zusammenfänden, «um grosse Probleme zu lösen», so Dimon.

Die kleine Eskapade sorgte gleichwohl vor Aufsehen – und ärgerte den dünnhäutigen Trump. «Das Problem mit Banker Jamie Dimon als Präsident ist, dass er keine Begabung hat, nicht smart ist und ein schlechter und nervöser Redner ist», schlug der Präsident am Donnerstag per Twitter zurück.

Tatsächlich ist Dimon, ein Demokrat, nicht der einzige Titan der US-Wirtschaft, der es 2020 gern mit Donald Trump aufnehmen würde. Schliesslich habe Trump als überraschender Sieger der Präsidentschaftswahl 2016 gezeigt, «dass sich jemand, der kein Politiker ist, erfolgreich um die Präsidentschaft bewerben kann», konstatierte Howard Schultz, der scheidende Topmanager von Starbucks. Ihm werden ebenfalls Ambitionen auf das Weisse Haus nachgesagt.

Auch der Mavericks-Besitzer hat Ambitionen

Schon vor Trump gab es Präsidenten, die vor ihrem Einzug ins Weisse Haus kein öffentliches Amt bekleidet hatten. Alle aber besassen entweder Erfahrung als Generäle und Kommandeure wie Dwight Eisenhower, Ulysses Grant und Zachary Taylor oder sie hatten zumindest ein Ministeramt inne wie Howard Taft und Herbert Hoover. Nur Trump schafft aus dem Stand und ohne politische Erfahrung den Sprung ins höchste Amt – und schuf womöglich einen Präzedenzfall im Zeitalter von Social Media und wachsendem Überdruss der Wählerschaft an der politischen Szene Washingtons.

In den Chefetagen der US-Wirtschaft war Trumps Aufstieg mit ungläubigem Staunen verfolgt worden, galt der New Yorker doch als leichtgewichtiger TV-Star und bombastisches Grossmaul. «Dann und wann wird eben der falsche Chef angeheuert», kommentierte hämisch Mark Cuban, Milliardär und Besitzer der Dallas Mavericks, 2017 Trumps Sieg. Auch er hat Interesse am Präsidentenamt gezeigt.

Mehrmals zuvor versuchten sich Wirtschaftskapitäne in den vergangenen Jahrzehnten in der US-Politik, einigermassen erfolgreich aber war nur der Texaner Ross Perot, der 1992 als unabhängiger Kandidat fast 20 Prozent der Stimmen errang. Jamie Dimons Dementi sollte also mit Vorsicht genossen werden. Wie Howard Schultz scheint auch der Banker zu glauben, er könne den gordischen Knoten der amerikanische Politik durchschlagen und die Polarisierung des Landes kraft seiner Persönlichkeit und seiner Fähigkeiten als Manager überwinden. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 13.09.2018, 19:40 Uhr

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