Mayer gewinnt Abfahrtsgold – keine Medaille für die Schweizer

Der erst 23-jährige Österreicher gewann die Abfahrt der Männer in Sotschi und somit das erste Abfahrtsgold für Rotweissrot seit zwölf Jahren. Bester Schweizer wurde Carlo Janka als Sechster.

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Matthias Mayer, der in dieser Saison nur einmal als Zweiter beim Super-G in Lake Louise auf dem Podest gestanden hat und noch nie ein Weltcuprennen gewinnen konnte, fuhr heute das Rennes seines Lebens. Für Österreichs Männer-Team ist Mayers Sieg der erste nach Fritz Strobls Triumph in der Abfahrt vor zwölf Jahren in Salt Lake City.

«Es ist der Wahnsinn», stammelte der 23-jährige Kärtner, dessen Vater Helmut 1988 in Calgary Riesenslalom-Silber gewonnen hatte. Er jubelte: «Das ist das Grösste, das man in meiner Sportart erreichen kann. Das Geilste überhaupt. Ich habe gewusst, dass ich es drauf habe. Dass ich es aber tatsächlich geschafft habe, ist einfach unglaublich.»

Topfavorit Svindal neben dem Podest

Mayer war das Wettkampfglück hold, wenige Hundertstel nur entschieden zu seinen Gunsten. Der Österreicher siegte sechs Hundertstelsekunden vor dem Italiener Christoph Innerhofer, der nach drei WM-Medaillen 2011 nun sein erstes Olympia-Edelmetall holte. Trotzdem jubelte er im Ziel zufrieden. Überraschender Dritter wurde mit nur 10 Hundertstel Rückstand der Norweger Kjetil Jansrud, der vor vier Jahren in Vancouver Riesenslalom-Silber gewonnen hatte. Er verdrängte zudem seinen Landsmann Aksel Lund Svindal, Topfavorit in diesem Rennen, vom Podest.

Die Schweizer Medaillentrümpfe stachen nicht. Carlo Janka zeigte zwar eine starke Leistung, obwohl ihm gleich beim Start ein Fehler unterlief und auch einige Sprünge nicht optimal gelangen. Als Sechster verpasste der Bündner als bester Schweizer das Podest aber um 38 Hunderstelsekunden. «Schade», sagte er, «eine Medaille wäre das Ziel gewesen». Es gelte, die Fahrt zu analysieren, fügte er an. «Ich nehme aber an, dass der Hund beim Sprung begraben war.»

Küng von Krankheit gebremst

Didier Défago, vor vier Jahren noch Olympiasieger in Vancouver, lag nach zwei Zwischenzeiten noch in Führung, büsste aber bis ins Ziel noch 1,56 Sekunden ein.Einen Platz vor dem Westschweizer klassierte sich Beat Feuz, vor zwei Jahren auf der 3495 Meter langen Piste an seinem damals 25. Geburtstag noch strahlender Sieger, der nach seiner Verletzungspause nie richtig auf Touren kam. Der Glarner Patrick Küng, der das Abschlusstraining wegen einer Magenerkrankung verpasst hatte, lag direkt hinter seinen Teamkollegen auf Rang 15.

Der 36-jährige Top-Favorit Bode Miller, der in den Trainings dominiert hatte, verpasste an seinen fünften Winterspielen als Achter seine sechste Olympia-Medaille deutlich. Im oberen Streckenteil hatte er noch brilliert, danach zeigte er aber eine übervorsichtige Fahrt.

Si/wie

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