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Auch der letzte Greenpeace-Aktivist kommt frei

Nach mehreren Wochen in Untersuchungshaft darf der Australier Colin Russell das Gefängnis in Russland verlassen. Ein Grund zu feiern, ist dies für Greenpeace allerdings noch nicht.

Glücklich über die russische Grenze gelangt: Der Schweizer Aktivist Marco Weber umarmt seine Aktivisten-Kollegin Sini Saarela in Finnland. Nun ist er zurück in der Schweiz.
Glücklich über die russische Grenze gelangt: Der Schweizer Aktivist Marco Weber umarmt seine Aktivisten-Kollegin Sini Saarela in Finnland. Nun ist er zurück in der Schweiz.
Greenpeace.org
Frohe Ankunft in Buenos Aires: Die argentinische Aktivistin Camila Speziale (mitte) flankiert von Greenpeace-Mitgliedern. (28. Dezember 2013)
Frohe Ankunft in Buenos Aires: Die argentinische Aktivistin Camila Speziale (mitte) flankiert von Greenpeace-Mitgliedern. (28. Dezember 2013)
Keystone
Die Küstenwache drohte mit Beschuss auf die Arctic Sunrise: Hier versucht der Schweizer Marco Weber sich Zugang zur Ölplattform zu verschaffen. (18. September 2013)
Die Küstenwache drohte mit Beschuss auf die Arctic Sunrise: Hier versucht der Schweizer Marco Weber sich Zugang zur Ölplattform zu verschaffen. (18. September 2013)
AFP
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Nach mehrwöchiger Untersuchungshaft hat die russische Justiz die Freilassung auch des letzten Greenpeace-Aktivisten beschlossen. Der Australier Colin Russell komme nach einer Berufungsentscheidung gegen Kaution auf freien Fuss, teilte Greenpeace mit.

Die russische Küstenwache hatte den 59-jährigen Russell und 29 weitere Menschen an Bord des Greenpeace-Schiffs Arctic Sunrise Mitte September festgenommen.

Erleichterung bei der Familie

Ein Gericht in St. Petersburg setzte nach Greenpeace-Angaben wie in anderen Fällen eine Kaution von umgerechnet rund 55'000 Franken für Russell fest. Seine Untersuchungshaft war zunächst bis zum 24. Februar 2014 verlängert worden.

Russells Familie zeigte sich hoch erfreut über die Freilassung. «Ich bin so erleichtert, dass mein schöner, friedlicher Mann frei kommt», erklärte Russells Frau Christine. Greenpeace kündigte an, dass Russell frei komme, sobald das Gericht die von der Umweltschutzorganisation gezahlte Kaution annehme.

Ben Ayliffe, der die Arktis-Kampagne bei Greenpeace leitet, sagte: «Es ist noch nicht vorbei». Die gegen die 30 erhobene Anklage wegen «Rowdytums» sei «beleidigend und empörend». Gefeiert werde erst, wenn die Anklage fallen gelassen werde und die zu Unrecht Beschuldigten nach Hause zurückkehren könnten.

Internationale Proteste

Hintergrund des Verfahrens ist eine Protestaktion in der Barentssee, mit der Greenpeace auf Umweltschäden in der Arktis durch Ölförderung aufmerksam machen wollte. Einige Aktivisten versuchten dabei, eine Bohrplattform des Energiekonzerns Gazprom zu erklimmen.

Die Küstenwache brachte den Eisbrecher «Arctic Sunrise» am 19. September auf. Die 28 Aktivisten und zwei Journalisten aus 18 Ländern waren zunächst in der nördlichen Hafenstadt Murmansk inhaftiert und wurden später nach St. Petersburg verlegt.

Die Festnahme der Aktivisten hatte international scharfe Proteste hervorgerufen. Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg hatte Russland am Freitag dazu verurteilt, die «Arctic Sunrise» und ihre Besatzung gegen Zahlung einer millionenschweren Kaution freizugeben.

Bis zu sieben Jahre Haft

Nach russischer Gesetzgebung besteht die Möglichkeit, dass die Aktivisten nach ihrer Freilassung in Hausarrest genommen werden oder einer Residenzpflicht in St. Petersburg unterliegen. Sie sollen wegen «Rowdytums» angeklagt werden, worauf in Russland bis zu sieben Jahre Haft stehen.

Der Kreml-Stabschef Sergej Iwanow hatte am Samstag mitgeteilt, die Ausländer unter den 30 könnten Russland verlassen, sobald die Modalitäten ihrer Ausreise klar seien. In Medienberichten hiess es, für die Ausreise würden russische Visa benötigt.

SDA/wid

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