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Das Tessin versinkt im Wasser

Es hat abgekühlt – und wie. Nach der Hitzewelle kämpft der Süden der Schweiz gegen Hochwasser und Erdrutsche.

Wasser nach der Hitze: Häuser in Cadepezzo TI.
Wasser nach der Hitze: Häuser in Cadepezzo TI.
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Wie SRF Meteo mitteilte, wurden enorme Regenmengen registriert.
Wie SRF Meteo mitteilte, wurden enorme Regenmengen registriert.
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Reissendes Gewässer in Taverne.
Reissendes Gewässer in Taverne.
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Die Hitzewelle im Tessin ist in den frühen Morgenstunden des Sonntags mit unwetterartigen Gewittern zu Ende gegangen. Besonders betroffen war die Gegend um Lugano, von wo auch Hagel mit 5 Zentimeter grossen Körnern gemeldet wurde.

Wie SRF Meteo mitteilte, wurden enorme Regenmengen registriert. Bis um 7 Uhr wurden bei der Wetterstation Crana-Torricella 136 Millimeter, in Lugano 108 Millimeter und in Cadenazzo in der Magadinoebene 53 Millimeter Regen gemessen. Lokal fiel am Sonntagmorgen innerhalb von wenigen Stunden die Hälfte der Niederschlagsmenge, die normal in einem ganzen Monat fällt.

Erdrutsche sowie lokale Überschwemmungen und Hochwasser waren die Folge, was zu grossen Verkehrsbehinderungen führte. Die Gewitter waren zudem sehr blitzintensiv. Zählt man die Blitze innerhalb der Gewitterwolken sowie die Blitze mit Bodeneinschlägen zusammen, so kommt man auf beinahe 36’000 Blitze. Die meisten davon wurden im Tessin registriert, einige Tausend davon auch in Graubünden.

Die Kaltfront, welche die Schweiz von Westen her erreichte, brachte laut dem Wetterdienst Meteonews auch im Norden Regen, zum Teil auch Gewitter, echtes Unwetterpotenzial bestand hier aber nicht.

Bis Montagabend bleibt es schön, bevor erste Regenschauer von Westen her über das Land ziehen, wie Meteo Schweiz weiter berichtet. Doch es bleibe heiss, die Höchsttemperaturen lägen auch am Montag bei 28 bis knapp 30 Grad.

Abnormal hohe Temperaturen im Juni

Das Aussergewöhnliche am Juni waren laut Meteo Schweiz die anhaltend hohen Temperaturen. Bereits während der ersten drei Junitage lag die Tagesmitteltemperatur 3 bis 4 Grad über der Norm. Ab dem 11. Juni stieg sie 5 bis 7 Grad und ab dem 20. Juni gar 7 bis 10 Grad über die Norm.

Das sonnige und heisse Wetter kam von sommerlichen Hochdruckgebieten, welche sich vom Atlantik her nach Mitteleuropa ausdehnten. In den letzten Tagen installierte sich ein Hoch direkt über Mitteleuropa. Damit floss heisse Afrikaluft nach Europa. In der Schweiz setzte die mehrtägige Hitzewelle mit Tageshöchstwerten von 30 Grad und mehr Anfang letzte Woche ein.

Am Freitag wurde in Sitten erstmals im laufenden Jahr die 36-Grad-Marke geknackt. Das war die bisher höchste Temperatur des Jahres, sie lag sogar noch höher als der Rekordwert von 2016. Damals wurden am 23. Juni in Visp 35,3 Grad registriert. Der absolute Hitzerekord aus dem Jahr 2003 ist derweil noch weit entfernt. Im Misox kletterte das Thermometer damals auf 41,5 Grad.

Rekordwarme Tropennächte

Die extrem heissen Junitage sorgten auch in der Nacht für äusserst warme Temperaturen. Die Nacht auf Freitag hatte sogar historischen Charakter: Der teilweise bewölkte Himmel sorgte regional für Rekordwerte.

Aussergewöhnlich warm war die Nacht am Bodensee. In Güttingen TG kühlte es zum Beispiel nicht unter 25,2 Grad ab. Die bisher wärmste Nacht wurde dort vom 21. auf den 22. Juni 1998 mit 20,9 Grad gemessen. Auch in Tänikon bei Winterthur und auf dem Zürichberg wurden mit 24,2 Grad nächtliche Rekordwerte gemessen.

Einen knappen Rekord verzeichnete die Messstation in Neuenburg. Dort sanken die Temperaturen nämlich nicht unter 24 Grad. Auch in der Nacht auf Samstag blieben die Temperaturen an vielen Orten der Schweiz über der 20-Grad-Marke.

Feste profitierten vom schönen Wetter

Das strahlend schöne Sommerwetter bescherte Festorganisatoren am Wochenende zahlreiche Besucher. In Brig VS etwa zählte das 30. Eidgenössische Jodlerfest von Freitag bis Sonntag rund 150’000 Besucherinnen und Besucher. Der viertelstündige Nieselregen zum Auftakt des Festaktes am Sonntag sorgte für eine willkommene Abkühlung, wie die Organisatoren am Sonntag mitteilten. Denn auch am Freitag und Samstag stieg das Thermometer im Wallis auf über 30 Grad.

Das schöne Sommerwetter lockte auch in Luzern Zehntausende nach draussen. Dort feierten die Besucher die neunte Ausgabe des Luzerner Fests. Insgesamt lockten die Konzerte, Lichtshows und Beizenbetriebe rund um das Luzerner Seebecken und in der Altstadt gegen 100’000 Gäste an.

SDA/woz/fal

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