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Blumenkohlwolken gibts auch ohne Kachelmann

Jörg Kachelmann sitzt seit mehr als einem Monat in U-Haft und seine Wetterfirma muss ohne ihr Aushängeschild auskommen. Ein Blick auf die allgemeine Lage bei Meteomedia.

Die Wetterfirma «Meteomedia» muss seit bald fünf Wochen ohne ihr Aushängeschild auskommen – seitdem Jörg Kachelmann verhaftet wurde.
Die Wetterfirma «Meteomedia» muss seit bald fünf Wochen ohne ihr Aushängeschild auskommen – seitdem Jörg Kachelmann verhaftet wurde.
Keystone

Das Wetterereignis des Jahres hat Jörg Kachelmann verpasst. Zu gerne hätte er im deutschen Fernsehen wohl selber über den brodelnden Vulkan in Island berichtet. Stattdessen musste er die News von seiner Gefängniszelle aus verfolgen, in der er seit bald fünf Wochen sitzt.

«Wir bedauern sehr, dass Herr Kachelmann momentan nicht an Bord ist, aber das Geschäft läuft unverändert weiter», versichert Frank B. Werner, Mitglied des Verwaltungsrates von Meteomedia. Jörg Kachelmann hat das Unternehmen 1991 gegründet und ist dessen Aushängeschild. Allerdings nur für die Öffentlichkeit. Was viele nicht wissen: Im Hintergrund zieht er die Fäden schon längst nicht mehr.

Zuschauerzahlen bleiben unverändert

Seit der Wettermann im Juli 2004 für drei Jahre nach Kanada ausgewandert sei, habe Meteomedia sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland eine neue operative Geschäftsleitung, so Frank B. Werner. Jörg Kachelmann sei Impulsgeber und Stratege. «Er leistet als Türöffner wichtige Dienste für die Firma und ist unser Aushängeschild, aber operativ ist er schon seit Jahren nur noch als Moderator tätig.» Dass dieser seit bald fünf Wochen in Untersuchungshaft sitzt, hat daher einzig die Dienstpläne der Moderatoren durcheinandergebracht. An etwa fünf Tagen pro Monat hat Kachelmann das Wetter auf dem deutschen Sender ARD moderiert. Diese Einsätze werden nun von den übrigen Moderatoren kompensiert. Das sei jedoch auch in der Vergangenheit nicht anders gewesen, als Kachelmann in den Ferien oder krank gewesen sei, so Werner, «bloss hat es da niemand bemerkt».

Die Zuschauer bei ARD scheinen sich denn auch nicht daran zu stören, dass der bekannteste Wetterfrosch des deutschen Sprachraums im Gefängnis sitzt. «Die Zuschauerzahlen haben sich weder nach oben noch nach unten verändert», hat ein ARD-Sprecher dem Branchenmagazin «Kontakter» zu Protokoll gegeben. Auch der Firma Meteomedia selbst hat der Fall Kachelmann nicht geschadet. Einzig ein paar neue Medienkunden hätten den Vertragsbeginn verschieben wollen, bestehende Kunden seien jedoch keine abgesprungen. «In diesem Sinn kann sich auch Herr Kachelmann als grösster Aktionär der Gesellschaft beruhigt zurücklehnen.»

«Wir könnten auch ohne Kachelmann weitermachen»

Was, wenn es zum Prozess kommt? «Das würde ich auch gerne für meine Planung wissen. Wir sind zwar in Kontakt mit den Anwälten. Weil diese aber ans Anwaltsgeheimnis gebunden sind, sind wir letztlich auch nicht schlauer als die ‹Bild›-Leser», so Verwaltungsratsmitglied Werner. Die rund 100 Mitarbeitenden seien nach wie vor schwer betroffen von der Verhaftung und man wünsche sich eine baldige Rückkehr des beliebten Moderators. Doch ohne Jörg Kachelmann zu planen, kommt für Meteomedia nicht infrage. «Das ist nicht nötig. Wir könnten so im Dauerbetrieb weitermachen, auch ohne Kachelmann. Aber viel lieber natürlich mit ihm.»

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