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Drahtzieher der Borer-Affäre kehrt zu Ringier zurück

Nach der Borer-Affäre musste er seinen Sessel räumen – nun ist der Vollblut-Boulevardjournalist zurück im Medienhaus Ringier: Ralph Grosse-Bley wird ab 2009 stellvertretender Chefredaktor des «Blick».

Feminisierung, Magazin-Journalismus, Lifestyle? Nichts da, in schweren Zeiten scheint sich der «Blick» auf seine alten Stärken zu besinnen: Denn mit Ralph Grosse-Bley wird ein Vollblut-Skandalist hinter Bernhard Weissberg die Nummer 2 in der Redaktion. Es ist nicht das erste Mal, dass Ringier auf die Dienste des deutschen Boulevard-Journalisten setzt. Bereits 2001 hatte Ringier den damaligen «Bild»-Redaktor von Ringier abgeworben, um den Boulevard des «Sonntagsblick» ein bisschen aggressiver werden zu lassen.

Über Sex-Affäre gestolpert

Sein Auftritt an der Dufourstrasse war allerdings nur von kurzer Dauer: Weniger als ein Jahr nach seinem Stellenantritt stolperte der 49-Jährige über die Borer-Affäre: Grosse-Bley hatte dem damaligen Schweizer Botschafter Thomas Borer in Berlin eine Affäre unterstellt. Geschrieben hatte die Geschichte über den nächtlichen Besuch der angeblichen Geliebten Borers seine Frau Alexandra Würzbach. Grosse-Bley veröffentlichte die Story – mit fatalen Folgen für das Journalistenpaar.

«Borer-Geschichte hätte so nicht erscheinen dürfen»

Im Nachgang zur bis heute nicht restlos aufgedeckten Affäre mussten es zusammen mit Chefredaktor Mathias Nolte das Haus Ringier verlassen. «Die Geschichte hätte so nicht erscheinen dürfen», gab Grosse-Bley später reuig zu Protokoll und trauerte «der schönen Zürcher Zeit» nach. Im Frühjahr 2004 feierte er bei Ringier indessen bereits wieder ein kleines Comeback – nicht in der Redaktion, sondern als Leiter des Schreibseminars «Besser schreiben für «Blick» und «Sonntagsblick»». Das war nicht von langer Dauer: Grosse-Bley kehrte wenig später zu «Bild» zurück, wo er bis heute als Redaktionsleiter «Neue Bundesländer» tätig ist.

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