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16 Jahre Haft für Ehefrau und Auftragskiller

Mord aus Habgier: Das Genfer Strafgericht hat vier Personen zu unterschiedlich hohen Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie an der Tötung eines 42-jährigen Mannes mitgewirkt hatten.

Keine strafmildernden Umstände anerkannt: Das Genfer Strafgericht.
Keine strafmildernden Umstände anerkannt: Das Genfer Strafgericht.
Keystone

Das Genfer Strafgericht hat eine 39-jährige Frau und einen Auftragskiller wegen Mordes am Ehemann zu je 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Mutter der Verurteilten und ein Mittelsmann müssen für je elf Jahre hinter Gitter.

Die Richter zeigten sich gestern bei der Urteilsverkündung überzeugt davon, dass der 44-jährige Hauptangeklagte – ein Elektromonteur aus Freiburg – den schlafenden Ehemann der angeklagten Frau in dessen Wohnung mit zwei Kopfschüssen getötet hat. Der Mord geschah im November 2008 in der Nähe des Flughafens Genf-Cointrin.

Für den Auftragsmord soll der nicht geständige Mann von der Frau des 42-jährigen Opfers und deren Mutter 50'000 Franken erhalten haben. Als Mittelsmann fungierte ein 66-jähriger Pferdehändler. Er und die Mutter, die mindestens 25'000 Franken beigesteuert haben soll, wurden vom Strafgericht wegen Anstiftung zu Mord verurteilt.

Tatort gesäubert

Am Tatort seien zwar keine DNA-Spuren gefunden worden, und sowohl die Tatwaffe als auch das Geld hätten sich verflüchtigt, räumte das Strafgericht ein. Der in Freiburg lebende Mörder habe sich in der Nacht des Verbrechens aber in der Nähe der Wohnung des Opfers aufgehalten und kenne sich gut mit Waffen und auch mit Aufzügen aus.

Laut der Anklage hatte sich der Mörder mit Hilfe der Ehefrau des Opfers über das Dach eines Liftes in die Wohnung eingeschlichen. Dort tötete er den schlafenden Mann mit zwei Schüssen in den Kopf.

Daraufhin säuberte er zusammen mit der Frau den Tatort, bevor sich die beiden aus dem Staub machten. Einige Tage später bemühte sich die Frau darum, dass ihre 2004 in Las Vegas geschlossene Ehe offiziell anerkannt werde, um ans Erbe heranzukommen. Der Ehemann hatte vor der Tat seiner Frau angekündigt, sich von ihr trennen zu wollen.

Seltene Gefühlskälte

In den Augen der Richter handelten sowohl der Auftragsmörder als auch die Ehefrau «kalt und überlegt» und aus reiner Habgier. Das Verhalten der Frau, die aus einer gutbürgerlichen Waadtländer Familie stammt, zeuge von einer seltenen Gefühlskälte sowie von «Zynismus und Perfidität», urteilten die Richter.

Die Verteidiger von Mutter und Tochter hatten auf Totschlag plädiert. Sie konnten die Richter allerdings nicht davon überzeugen, dass der Getötete seine Frau terrorisiert habe. Aus Sicht der Richter gab es keine strafmildernden Umstände.

Dennoch blieb das Gericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte je 20 Jahre Gefängnis für die Ehefrau und den Elektromonteur sowie je 13 Jahre Gefängnis für die Mutter der Ehefrau und den Pferdehändler verlangt. Die Verteidiger der Angeklagten kündigten Rekurs gegen das Urteil an.

SDA/rbi

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