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Alle 18 Leichen aus Bus-Wrack in Bayern geborgen

Bei einem schweren Busunglück in Bayern sind Menschen zwischen 66 und 81 Jahren ums Leben gekommen. Unter den Leichen befindet sich auch der Fahrer.

Der Reisebus brannte nach der Kollision mit dem LKW komplett aus. (Video: Tamedia/AP)

Als die ersten Rettungskräfte eintreffen, ist es für 18 Menschen schon zu spät. Es habe niemand mehr aus dem brennenden Bus geholt werden können, sagt ein Feuerwehrsprecher über das zerstörerische Bild, das die ersten Einsatzkräfte zu sehen bekommen.

Hoffnungen, dass sich mehr als 30 der insgesamt 48 Insassen gerettet haben könnten, zerschlagen sich nach stundenlanger vergeblicher Suche in der Nähe der Unfallstelle. Eine Zeit lang glaubten die Ermittler noch, Businsassen könnten in Panik geflohen sein. Nun müssen Spezialisten unter anderem des Bundeskriminalamts versuchen, die sterblichen Überreste der Toten zu identifizieren. Allein schon die Suche nach den völlig verkohlten Leichen ist schwierig – es dauert Stunden, bis die 18 Toten im Alter von 66 bis 81 Jahren geborgen werden können.

Schwerstes Busunglück der vergangenen Jahre

Der Bus geriet in kürzester Zeit in Vollbrand. Für die Retter gab es keine Chance, noch jemanden lebend zu bergen. «Die Hitzeentwicklung war so stark, dass die ersten Rettungskräfte, die ohne Wasser vor Ort waren, nicht an den Bus ran konnten», sagt Feuerwehrsprecher Andreas Hentschel der «Frankenpost».

Vermutlich ist es ein alltäglicher Unfall, der am Montag das schwerste Busunglücke in Deutschland in den vergangenen Jahren auslöste. Am Ende eines der auf diesem Autobahnteilstück häufigen Staus stand oder rollte sehr langsam ein Lastwagen, angeblich mit Bettwaren beladen. Der Busfahrer übersah die Gefahr offensichtlich und fuhr schräg von hinten auf den Lastwagen auf.

Unterwegs zum Gardasee

Warum der Busfahrer in dem mit einer Seniorengruppe besetzten Bus, die Berichten zufolge zum Gardasee fahren wollte, am frühen Morgen diesen fatalen Fehler machte, ist zunächst völlig unklar. Gutachter sollen der Polizei bei der Suche nach der Unfallursache helfen. Auch der technische Zustand des Busses soll geprüft werden.

Allerdings gibt es zunächst keine Erkenntnisse zu möglichen technischen Problemen. Der Bus soll nur drei Jahre alt gewesen sein und erst kürzlich ohne Probleme eine neue TÜV-Plakette bekommen haben. Der Fahrer soll äusserst erfahren und bis zu diesem verhängnisvollen Tag unfallfrei unterwegs gewesen sein - 2013 erhielt er sogar eine Auszeichnung vom sächsischen Innenministerium.

«Gigantische Hitze»

Während an der über Stunden gesperrten Autobahn im Konvoi ein Leichenwagen nach dem anderen zum Abholen der sterblichen Überreste der geborgenen Unfallopfer anrückt, rätseln die Ermittler vor allem über die schnelle Ausbreitung des Feuers. Von einer «gigantischen Hitze» spricht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagt, der Bus müsse offensichtlich sofort komplett in Flammen gestanden haben. Es gebe aber noch keine ausreichenden Erkenntnisse für eine Beurteilung, wieso es dazu kam.

Anblick verkohlter Leichen

Die beiden Minister reisten zur Unfallstelle und zeigen sich im Anschluss von den Bildern schockiert. An dem Buswrack befinde sich nichts Brennbares mehr, sagt Dobrindt. «Es sind nur noch Stahlteile erkennbar, von daher kann man nachvollziehen, was das für die Menschen in diesem Bus bedeutet hat.»

Helfer von Kriseninterventionsteams kümmern sich vor Ort um die Rettungskräfte, die mit dem Anblick der verkohlten Leichen konfrontiert werden. Für die Angehörigen richtet die Polizei eine Anlaufstelle zur Betreuung ein.

Reaktionen von Politikern

Auch in der Politik sorgt das Unglück für Entsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht den Verletzten baldige Genesung.

Eine rasche Aufklärung der Unfallursache verspricht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. «Wir werden als Staatsregierung alles tun, um schnellstmöglich auch die Ursachen aufzuklären», sagt er.

AFP/oli

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