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175 Occupy-Aktivisten in New York verhaftet

Nach der Räumung ihres Camps in New York sind heute tausende Occupy-Anhänger durch das Bankenviertel gezogen. Die Polizei hat mindestens 175 Personen festgenommen.

Wollen über die Brooklyn Bridge ziehen: Die Aktivisten der Occupy-Bewegung in New York.
Wollen über die Brooklyn Bridge ziehen: Die Aktivisten der Occupy-Bewegung in New York.
Keystone

Die Wall Street ist im Belagerungszustand. Heute strömten Tausende Demonstranten in das Herz des New Yorker Finanzbezirks, um gegen die Macht der Banken und gegen soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Die Polizei hat mindestens 175 Personen verhaftet.

Ein starkes Polizeiaufgebot riegelte die Gegend ab und hinderte die Aktivisten der «Occupy Wall Street»-Bewegung daran, bis direkt zur New Yorker Börse vorzustossen. Viele Börsianer hatten grosse Probleme, durch die Absperrungen zu kommen.

Immer wieder kam es zu Handgemengen zwischen Demonstranten, Wall-Street-Angestellten und der Polizei. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden mehr als einhundert Menschen festgenommen.

«Wall-Street-Banker ruinieren unser Land»

«Wall Street. Our Street!» skandierten die Demonstranten. «Wall Street. Unsere Strasse!» Polizisten versuchten, die umliegenden Strassen für den Verkehr freizuhalten und die Demonstranten auf die Trottoirs zurückzudrängen.

«Wall-Street-Banker ruinieren unser Land», sagte ein junger Mann. Die Organisatoren hatten über soziale Netzwerke wie Facebook dazu aufgerufen, die Finanzmeile zu blockieren. Es soll eine der grössten Protestaktionen überhaupt werden.

Damit bäumt sich die Bewegung noch einmal auf - genau zwei Monate nach ihrem Beginn und zwei Tage, nachdem die Polizei die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem New Yorker Zuccotti Park vertrieben hatte.

Börsianer erreichen Arbeitsplatz kaum

Im Laufe des Morgens strömten immer mehr Sympathisanten in Richtung Finanzbezirk, es bildeten sich nach Augenzeugenberichten mehrere Protestzüge.

«Man kommt kaum durch», beschwerte sich eine Mitarbeiterin an der Börse. Sie schimpfte dabei weniger auf die Aktivisten, als vielmehr auf die Polizisten, die sie selbst nach Vorzeigen ihres Hausausweises zunächst nicht durchgelassen hätten.

Sie habe mehrere Anläufe gebraucht, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen, dem grossen Handelssaal der New York Stock Exchange. Letztlich sei der Handel aber wie gewohnt gestartet. «Die Eröffnungsglocke hat geläutet.»

Symbol für verhasste Finanzwelt

«Occupy Wall Street» (»Besetzt die Wall Street») kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet.

Das Ursprungs-Zeltlager im New Yorker Zuccotti Park hatte Bürgermeister Michael Bloomberg in der Nacht zu Dienstag räumen lassen. Das hatte die Frage aufgeworfen, wie es nun mit «Occupy Wall Street» weitergeht. Der Winter steht vor der Tür, und einzelne Mitglieder der Bewegung denken bereits darüber nach, die Proteste zumindest vorübergehend zurückzufahren.

«Die wissen doch gar nicht mehr, was sie wollen», sagte ein New Yorker Händler. «Wir machen doch nur unsere Arbeit hier.» In den Augen der Demonstranten steht das bekannte Börsengebäude an der Wall aber als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite.

Die Demonstranten planten weitere Aktionen, unter anderem ein Marsch mit Lichtern über die Brooklyn Bridge, um das zweimonatige Jubiläum von «Occupy Wall Street» zu feiern.

SDA/wid

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