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Zahl der Todesopfer in Kalifornien steigt auf 59

Im Norden des US-Bundesstaats wurden acht weitere Leichen gefunden. Der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern.

Schwarzenegger bedankt sich bei den Feuerwehrleuten und serviert ihnen Frühstück. (21. November 2018)
Schwarzenegger bedankt sich bei den Feuerwehrleuten und serviert ihnen Frühstück. (21. November 2018)
Destiny Lestenkof, Keystone
Hunderte werden vermisst: Retter suchen in den Trümmern von Paradise nach menschlichen Überresten. (21. November 2018)
Hunderte werden vermisst: Retter suchen in den Trümmern von Paradise nach menschlichen Überresten. (21. November 2018)
Justin Sullivan, AFP
13'000 Wohnhäuser wurden zerstört: Viele Gerettete wohnen nun in Zelten, darunter auch Kelly Boyer. (20. November 2018)
13'000 Wohnhäuser wurden zerstört: Viele Gerettete wohnen nun in Zelten, darunter auch Kelly Boyer. (20. November 2018)
Elijah Nouvelage, Reuters
Paradise wurde fast vollständig zerstört. (13. November 2018)
Paradise wurde fast vollständig zerstört. (13. November 2018)
Terray Silvester, Reuters
Feuerwehreinsatz in Magalia am 9. November 2018.
Feuerwehreinsatz in Magalia am 9. November 2018.
Noah Berger, Keystone
Hat seine Villa in Kalifornien verloren: Eines der mehr als 6000 Häuser, die in Malibu abgebrannt sind, gehörte auch Thomas Gottschalk.  (11. November 2018)
Hat seine Villa in Kalifornien verloren: Eines der mehr als 6000 Häuser, die in Malibu abgebrannt sind, gehörte auch Thomas Gottschalk. (11. November 2018)
Karl-Heinz Schindler, Keystone
Waldbrände bedrohen mehrere Städte im Norden und Süden Kaliforniens: Mindestens 25 Menschen sterben – Hunderttausende müssen fliehen.
Waldbrände bedrohen mehrere Städte im Norden und Süden Kaliforniens: Mindestens 25 Menschen sterben – Hunderttausende müssen fliehen.
Robyn Beck, AFP
Das Feuer hat auch Malibu erreicht. (9. November 2018)
Das Feuer hat auch Malibu erreicht. (9. November 2018)
Ringo H. W. Chiu/AP, Keystone
Auch diese Villa in Malibu steht in Flammen.
Auch diese Villa in Malibu steht in Flammen.
Ringo H. W. Chiu, Keystone
In Malibu starben mindestens 2 Menschen.
In Malibu starben mindestens 2 Menschen.
EPA/Mike Nelson
Neben dem sogenannten Camp Fire mit einer Grösse von mehr als 30'000 Hektar in der Gegend von Paradise toben im Süden des Staates, mehr als sieben Autostunden entfernt, zwei weitere Grossbrände.
Neben dem sogenannten Camp Fire mit einer Grösse von mehr als 30'000 Hektar in der Gegend von Paradise toben im Süden des Staates, mehr als sieben Autostunden entfernt, zwei weitere Grossbrände.
David McNew/Getty Images, Keystone
Insgesamt mussten weit mehr als 150'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen wurden abgesagt.
Insgesamt mussten weit mehr als 150'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen wurden abgesagt.
AP Photo/Marcio Jose Sanchez, Keystone
Das Feuer gilt inzwischen als das gravierendste seit mindestens hundert Jahren.
Das Feuer gilt inzwischen als das gravierendste seit mindestens hundert Jahren.
Kevork Djansezian/Getty Images, Keystone
Die Waldbrände im Norden des Bundesstaates führten zu stellenweise katastrophaler Zerstörung – wie hier in Paradise.
Die Waldbrände im Norden des Bundesstaates führten zu stellenweise katastrophaler Zerstörung – wie hier in Paradise.
AP Photo/John Locher, Keystone
Fast vollständig zerstört: Waldbrände haben die nordkalifornische Stadt Paradise in Schutt und Asche gelegt. (8. November 2018)
Fast vollständig zerstört: Waldbrände haben die nordkalifornische Stadt Paradise in Schutt und Asche gelegt. (8. November 2018)
EPA/PETER DASILVA, Keystone
Tausende Gebäude seien niedergebrannt, teilte Scott McLean von der kalifornischen Feuerwehr am Donnerstag mit.
Tausende Gebäude seien niedergebrannt, teilte Scott McLean von der kalifornischen Feuerwehr am Donnerstag mit.
AP Photo/Noah Berger, Keystone
Wind, der für die schnelle Ausbreitung des Feuers sorgte, habe Paradise vernichtet.
Wind, der für die schnelle Ausbreitung des Feuers sorgte, habe Paradise vernichtet.
EPA/PETER DASILVA, Keystone
In der Gemeinde sind 27'000 Menschen zu Hause. Sie hatten die Stadt am Donnerstag verlassen müssen.
In der Gemeinde sind 27'000 Menschen zu Hause. Sie hatten die Stadt am Donnerstag verlassen müssen.
EPA/PETER DASILVA, Keystone
Wie viele Einwohner bei dem Brand verletzt wurden und wie gross das Ausmass der Schäden war, konnten die Behörden zunächst nicht abschätzen.
Wie viele Einwohner bei dem Brand verletzt wurden und wie gross das Ausmass der Schäden war, konnten die Behörden zunächst nicht abschätzen.
EPA/PETER DASILVA, Keystone
Es sei zu gefährlich, das Gebiet zu betreten.
Es sei zu gefährlich, das Gebiet zu betreten.
EPA/PETER DASILVA, Keystone
Die Stadt Paradise befindet sich rund 290 Kilometer nordöstlich von San Francisco.
Die Stadt Paradise befindet sich rund 290 Kilometer nordöstlich von San Francisco.
EPA/PETER DASILVA, Keystone
Nach Auskunft der Feuerbehörde ist das «Camp Fire» am Fusse des Sierra-Nevada-Gebirges in wenigen Stunden auf eine Fläche von über 70 Quadratkilometern angewachsen.
Nach Auskunft der Feuerbehörde ist das «Camp Fire» am Fusse des Sierra-Nevada-Gebirges in wenigen Stunden auf eine Fläche von über 70 Quadratkilometern angewachsen.
AP Photo/Noah Berger, Keystone
Vize-Gouverneur Gavin Newsom hat für den Bezirk Butte County den Notstand erklärt, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren.
Vize-Gouverneur Gavin Newsom hat für den Bezirk Butte County den Notstand erklärt, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren.
AP Photo/Noah Berger, Keystone
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Die Grossbrände in Kalifornien fordern jeden Tag mehr Opfer. Beim «Camp»-Feuer im Norden des Bundesstaats stieg die Zahl der Toten auf 59, nachdem in Trümmern acht weitere Leichen gefunden worden waren, wie der Sheriff von Butte County, Kory Honea, am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Dies sind mehr Tote als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat. Von dem kleinen Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig.

Die kalifornischen Behörden veröffentlichten am Mittwoch eine Liste mit 130 Vermissten. Die meisten von ihnen stammen aus Paradise. Bei der Suche nach Opfern durchkämmten in der Kleinstadt 461 Einsatzkräfte mit Hilfe von 22 Leichenspürhunden die verwüstete Gegend. Zugleich lief die Identifizierung bereits geborgener Leichen unter Hochdruck. Sheriff Honea rief Menschen dazu auf, von Donnerstag an DNA-Proben abzugeben, wenn sie vom Tod eines Angehörigen ausgehen.

Besonders betroffen: Die Ortschaft Paradise wurde fast komplett zerstört. (Video: Reuters)

Der Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, sagte, der Wiederaufbau und die vorübergehende Versorgung der Menschen dort seien eine enorme Herausforderung. Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütet weiter das «Woolsey»-Feuer. Beide Brände haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört. Im Süden belief sich die Zahl der Todesopfer bislang auf zwei. Insgesamt starben bislang also 59 Menschen durch die verheerenden Feuer.

Paradise liegt rund 140 Kilometer nördlich von Sacramento, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Kalifornien. Karte: Google

Villen von Stars abgebrannt

In Südkalifornien frassen sich die Flammen durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Promi-Wohnort Malibu. Tausende Bewohner der Gegend mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab - darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und TV-Moderator Thomas Gottschalk.

Seit einer Woche sind mehrere Tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden Kaliforniens zu bekämpfen. Der Ort Paradise nördlich von Sacramento glich nach dem «Camp»-Inferno einer Geisterstadt, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Suchteams und Spürhunde arbeiten sich dort durch die Trümmer, um nach Leichen zu suchen. Mehrere Todesopfer seien noch nicht identifiziert, sagte Sheriff Honea am Mittwochabend (Ortszeit). DNA-Tests sollten dabei helfen. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen. 130 Menschen werden laut Honea dort derzeit noch vermisst.

«Wie in einem Kriegsgebiet»

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown äusserte sich schockiert über das Ausmass der Zerstörung. «Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet», sagte er. US-Innenminister Ryan Zinke, der die betroffenen Gebiete am Mittwoch besuchte, sprach von einer verheerenden Tragödie und betonte: «Das ist das schlimmste Feuer, das ich je gesehen habe.»

Katastrophenschützer Long sagte, es handle sich um ein komplexes Desaster, insbesondere wegen der völligen Zerstörung des Ortes Paradise. Die Helfer müssten sich dort zunächst vorsichtig durch die Trümmer arbeiten, um nach Toten zu suchen. Danach müssten die Trümmer weggeschafft werden. Die komplette Infrastruktur der Stadt müsse wieder aufgebaut werden.

«Ein sehr frustrierender Prozess»

In der Zwischenzeit müssten die Menschen untergebracht werden. Vorübergehend müssten Schulen und eine medizinische Versorgung für die Bewohner des Ortes organisiert werden. Und jene, deren Geschäfte abgebrannt seien, brauchten neue Jobs. «Das wird ein sehr langer und sehr frustrierender Prozess für die Menschen in Paradise.» Der Wiederaufbau werde Jahre dauern.

Derzeit sind viele Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden sind besorgt, dass sich dort Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auch auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.

(sda/afp)

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