Schauspielerin Loughlin plädiert auf nicht schuldig

Im Uni-Skandal drohen der US-Seriendarstellerin und ihrem Ehemann auch wegen Geldwäsche lange Haftstrafen.

Viel beachteter Skandal in den USA: Felicity Huffman (l.) und Lori Loughlin ausserhalb des Bundesgerichts in Boston. (3. April 2019)

Viel beachteter Skandal in den USA: Felicity Huffman (l.) und Lori Loughlin ausserhalb des Bundesgerichts in Boston. (3. April 2019)

(Bild: Keystone Charles Krupa/Steven Senne (AP))

Im Bestechungsskandal um Zulassungen an US-Eliteuniversitäten haben die Schauspielerin Lori Loughlin und ihr Mann auf nicht schuldig plädiert. Loughlin und der Designer Mossimo Giannulli erklärten sich am Montag in beiden Anklagepunkten für unschuldig, wie aus Gerichtsunterlagen hervorging. Das Ehepaar erschien zur Verlesung der Anklage nicht selbst vor dem Bundesgericht in Boston, sondern reichte über seine Anwälte nur schriftliche Unterlagen ein.

Die 54-jährige Loughlin und ihr Mann sollen 500'000 US-Dollar gezahlt haben, damit ihre beiden Töchter an der University of Southern California angenommen werden. Vor einer Woche war die Anklage ausgeweitet worden. Dem Ehepaar wird neben Verschwörung zum Betrug nun auch Verschwörung zur Geldwäsche angelastet. Für beide Anklagepunkte zusammen drohen ihnen bis zu 40 Jahre Haft.

Mit einem Schuldbekenntnis hätte Loughlin, die aus den TV-Serien «Full House» und «Fuller House» bekannt ist, einen Aufsehen erregenden Prozess und eine lange Haftstrafe möglicherweise abwenden zu können.

Im Gegensatz zu Loughlin bekannte sich die frühere «Desperate Housewives»-Darstellerin Felicity Huffman vergangene Woche schuldig. Die 56-Jährige gab nach Justizangaben zu, 15'000 Dollar für bessere Ergebnisse ihrer Tochter bei einem Aufnahmetest gezahlt zu haben.

Ausgeklügeltes System

Der Bestechungsskandal war Mitte März bekannt geworden: Wohlhabende Eltern sollen Bestechungsgelder gezahlt haben, damit ihre Kinder an Elite-Hochschulen aufgenommen wurden. Betroffen sind unter anderem auch Yale, die Georgetown University in Washington und die kalifornische Universität Stanford.

Die Bestechungsgelder flossen an William Singer, der mittels eines ausgeklügelten Netzwerks für die Aufnahme wenig qualifizierter Studenten sorgte. So liess er Prüfungsergebnisse fälschen und bestach Trainer, die Studienplatzanwärtern überdurchschnittliche sportliche Leistungen bescheinigten, um ein Sport-Stipendium zu ergattern.

Singers kriminelle Organisation sammelte insgesamt 25 Millionen Dollar von Eltern ein. Er bekannte sich bereits schuldig und kooperiert mit den Ermittlungsbehörden. Gegen die betroffenen Hochschulen wurden bislang keine Verfahren eingeleitet.

fal/afp

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