Äthiopien kann gefundene Black Boxes nicht auswerten

Die Flugschreiber der verunglückten Boeing-Maschine bei Addis Abeba werden zur Analyse nach Europa geschickt – und nicht in die USA.

Beispiel für einen Flugschreiber: Ein Angestellter des deutschen Bundesamtes für Fluguntersuchung BFU zeigt ein Modell für Boeing und Airbus. (20. März 2015)

Beispiel für einen Flugschreiber: Ein Angestellter des deutschen Bundesamtes für Fluguntersuchung BFU zeigt ein Modell für Boeing und Airbus. (20. März 2015)

(Bild: Reuters Wolfgang Rattay)

Die Black Boxes der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 sollen zur Auswertung nach Europa gebracht werden. Ein Sprecher der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines sagte am Mittwoch, die Flugschreiber würden in ein europäisches Land gebracht, welches, sei aber noch nicht entschieden.

Zuvor hatte die Airline erklärt, Äthiopien habe nicht die nötige Ausrüstung, um den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder auszuwerten.

Für gewöhnlich werden die Black Boxes nach einem Unglück in das Herstellerland geschickt, was in diesem Fall die USA wären. Die Entscheidung für ein europäisches Land könnte daher als Misstrauen gegenüber Boeing ausgelegt werden. Der US-Luft- und Raumfahrtkonzern steht zuletzt immer mehr in der Kritik.

Die beiden Flugschreiber waren am Montag am Absturzort in der Nähe von Addis Abeba geborgen worden. Die Maschine vom Typ Boeing 737 MAX 8 war am Sonntagmorgen verunglückt. Dabei kamen 157 Menschen ums Leben.

Video: 157 Tote bei Flugzeugabsturz in Äthiopien

Weder die Besatzung noch die Passagiere überleben den Unfall bei Addis Abeba. (Video: Reuters

Es war bereits das zweite Unglück innerhalb eines halben Jahres mit dem Flugzeugtyp. Im Oktober war eine Boeing 737 Max 8 der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air kurz nach dem Start verunglückt. Es ist höchst ungewöhnlich, dass binnen kurzer Zeit zwei Flugzeuge eines neuen Modells abstürzen. Maschinen des Typs dürfen inzwischen in zahlreichen Ländern vorerst nicht mehr fliegen.

fal/afp

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