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Airbus-Absturz: Was bekannt ist und was nicht

Die Auswertung des Stimmenrekorders zeigt: Der Co-Pilot brachte den Airbus absichtlich auf Todeskurs und war allein im Cockpit. Fragen nach dem Motiv und dem genauen Unfallhergang bleiben allerdings noch offen.

Die Spurensicherung und die Bergung der sterblichen Überreste der Opfer gehen weiter: Ein Helikopter der Gendarmerie überfliegt Seyne-les-Alpes in der Nähe der Absturzstelle. (28. März 2015)
Die Spurensicherung und die Bergung der sterblichen Überreste der Opfer gehen weiter: Ein Helikopter der Gendarmerie überfliegt Seyne-les-Alpes in der Nähe der Absturzstelle. (28. März 2015)
Jeff Pachoud, AFP
Hier wurde Germanwings-Co-Pilot Andreas Lubitz behandelt: Schild vor dem Universitätsklinikum Düsseldorf. (27. März 2015)
Hier wurde Germanwings-Co-Pilot Andreas Lubitz behandelt: Schild vor dem Universitätsklinikum Düsseldorf. (27. März 2015)
Patrik Stollarz, AFP
Germanwings und andere Airlines haben ihre Logos auf Twitter und Facebook als Reaktion auf das Unglück schwarz eingefärbt. (24. März 2015)
Germanwings und andere Airlines haben ihre Logos auf Twitter und Facebook als Reaktion auf das Unglück schwarz eingefärbt. (24. März 2015)
AFP
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Was ist über das Unglück bekannt?

  • Der Airbus A320 startete am Dienstag um 10.01 Uhr mit 150 Menschen an Bord in Barcelona. Die meisten Flugzeugpassagiere kamen aus Deutschland und Spanien.
  • Der Pilot hatte mehr als 6000 Stunden Flugerfahrung, grösstenteils im Airbus A320. Zur Lufthansa war er vor zehn Jahren gekommen.
  • Sein Kollege war seit 2013 Co-Pilot bei Germanwings. Der 28-Jährige hatte 630 Flugstunden absolviert. Laut Lufthansa arbeitete er aber schon vorher etliche Jahre für den Konzern, auch als Flugbegleiter. In der Pilotenausbildung gab es vor sechs Jahren eine mehrmonatige Unterbrechung, danach sei der Mann als «100 Prozent flugtauglich» getestet worden.
  • Kurz nach dem Erreichen der regulären Reiseflughöhe von 38'000 Fuss (11,5 Kilometer) ging die Maschine ohne Hinweis an die französische Flugkontrolle oder ein Notsignal in einen schnellen Sinkflug über.
  • Das Flugzeug zerschellte in den französischen Alpen bei Seyne-les-Alpes. Eine Explosion gab es zuvor nicht, wie die französische Untersuchungsbehörde BEA mitteilte.
  • Ermittler konnten am Mittwoch Daten aus dem ersten Flugschreiber sicherstellen. Aus den Aufzeichnungen des Stimmenrekorders ergibt sich, dass der Co-Pilot den Sinkflug mit Absicht auslöste. Zu diesem Zeitpunkt war er allein im Cockpit. Der Pilot war nach einem Toilettengang aus der Kabine ausgesperrt.
  • Aus dem Cockpit ist bis zum Aufprall schweres Atmen zu hören, der Co-Pilot war also am Leben. Zuletzt hämmerten Flugkapitän und Crew von aussen an die automatisch verriegelte Tür. Schreie von Passagieren sind erst in den letzten Sekunden aufgezeichnet.
  • Die Ermittler haben keine Hinweise auf einen Terrorakt. Auch das deutsche Innenministerium hat derzeit «keine Hinweise auf einen irgendwie gearteten terroristischen Hintergrund».
  • Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Durchsuchungen im unmittelbaren Umfeld des Co-Piloten vorgenommen. «Sowohl die Wohnung des Co-Piloten in Düsseldorf als auch die Wohnung in Montabaur sind durchsucht worden», sagte Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück.
  • In der Nähe der Absturzstelle des Germanwings-Airbus sind unterdessen etwa 40 Familienangehörige der insgesamt 150 Opfer eingetroffen. Die Angehörigen trafen am Nachmittag in Seyne-les-Alpes ein, wie die Polizei mitteilte.
Am 24. März 2015 zerschellte Germanwings-Flug 9525 von Barcelona nach Düsseldorf auf dem Gebiet der Gemeinde Prads-Haute-Bléone im südfranzösischen Département Alpes-de-Haute-Provence. (25. März 2015)
Am 24. März 2015 zerschellte Germanwings-Flug 9525 von Barcelona nach Düsseldorf auf dem Gebiet der Gemeinde Prads-Haute-Bléone im südfranzösischen Département Alpes-de-Haute-Provence. (25. März 2015)
Reuters
Alle 150 Insassen kamen dabei ums Leben.
Alle 150 Insassen kamen dabei ums Leben.
Reuters
... und untersuchen die Wrackteile. (25. März 2015)
... und untersuchen die Wrackteile. (25. März 2015)
AP Photo
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Welche Fragen sind noch offen?

  • Das Motiv: Warum steuerte er die Maschine in die Katastrophe? War es ein Suizid? Oder stehen noch andere Absichten dahinter? Und konnte er davon ausgehen, dass sein Kollege während des Flugs das Cockpit verlassen würde?
  • Unterbruch der Ausbildung: Warum wurde die Ausbildung des Mannes ausgesetzt? Lufthansa-Chef Carsten Spohr gab dazu keine Auskunft.
  • Genauer Verlauf des Fluges: Zur zeitlichen Abfolge von Flughöhe und Sinkflug gibt es widersprüchliche Angaben.
  • Der zweite Flugschreiber: Von der zweiten Blackbox wurde bisher erst die Hülle gefunden.
  • Bergung und Identifizierung der Opfer: Diese Arbeiten werden wohl noch mehrere Wochen dauern.

SDA/pst

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