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Amanda Knox verklagt Italien in Strassburg

Vor rund einem Jahr wurde die Amerikanerin vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Nun klagt sie, die Behörden hätten ihre Rechte verletzt.

Das Verfahren gegen sie sei nicht rechtskonform abgelaufen: Amanda Knox in einem Exklusivinterview mit ABC. (31. Januar 2014)
Das Verfahren gegen sie sei nicht rechtskonform abgelaufen: Amanda Knox in einem Exklusivinterview mit ABC. (31. Januar 2014)
Handout, Keystone
Knox und ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito war vorgeworfen worden, die britische Studentin Meredith Kercher getötet zu haben: Knox nach einer Gerichtsverhandlung. (2. November 2007)
Knox und ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito war vorgeworfen worden, die britische Studentin Meredith Kercher getötet zu haben: Knox nach einer Gerichtsverhandlung. (2. November 2007)
Stefano Medici, Keystone
Der Fall ging durch weitere Instanzen, das oberste Gericht Italiens sprach sie aber im März 2015 endgültig frei: Sollecito (Mitte) nach dem endgültigen Freispruch in Rom. (27. März 2015)
Der Fall ging durch weitere Instanzen, das oberste Gericht Italiens sprach sie aber im März 2015 endgültig frei: Sollecito (Mitte) nach dem endgültigen Freispruch in Rom. (27. März 2015)
Ettore Ferrari, Keystone
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Über ein Jahr nach ihrem Freispruch in einem nie aufgeklärten Mordfall in Perugia zieht die US-Amerikanerin Amanda Knox gegen Italien vor Gericht. Die 28-Jährige hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg eine Klage eingereicht, wie italienische Medien berichteten.

Knox klagte, dass sie in der Nacht auf den 6. November 2007 nach ihrer Festnahme 15 Stunden lang von der Polizei ohne Anwalt vernommen worden sei. Obwohl ihre Aussagen wegen der Abwesenheit eines Verteidigers nicht rechtskonform gewesen seien, seien diese gegen sie vor Gericht verwendet worden.

Zeit für Verteidigungsschreiben

Bei der Einvernahme hatte Knox den kongolesischen Barmann Patrick Lumumba des Mordes beschuldigt und war deswegen wegen Verleumdung verurteilt worden.

Knox behauptet, sie sei von der Polizei nicht über ihre Rechte informiert worden. Die Polizei hätte mit ihr Italienisch gesprochen, eine Sprache, die sie damals kaum beherrschte. Ein Übersetzer sei bei der Befragung nicht anwesend gewesen.

Die italienische Regierung hat jetzt bis 17. September Zeit, dem Gerichtshof ein Verteidigungsschreiben vorzulegen.

Vom Obersten Gericht freigesprochen

Knox und ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito war vorgeworfen worden, die britische Studentin Meredith Kercher getötet zu haben, deren Leiche Ende 2007 halb nackt in ihrem Schlafzimmer in der mittelitalienischen Stadt Perugia entdeckt worden war. Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt.

Sollecito und Knox wurden 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt, dann aber 2011 freigesprochen. Knox kehrte in die USA zurück. Der Fall ging durch weitere Instanzen, das oberste Gericht Italiens sprach sie aber im März 2015 endgültig frei.

Die Amerikanerin wurde aber wegen Verleumdung Lumumbas zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Haftstrafe hat die Amerikanerin aber bereits abgesessen.

(SDA)

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