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Angreifer nach Gürtel-Attacke gegen Israeli zu Arrest verurteilt

Nach dem Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin ist ein 19-jähriger Syrer wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen worden.

Der 21-jährige Israeli wurde mitten in Berlin angegriffen. (Video: Tamedia/Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus/Facebook)

Zwei Monate nach dem Gürtel-Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin ist ein 19-Jähriger wegen Beleidigung und Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Das Amtsgericht Tiergarten verhängte am Montag einen Arrest von vier Wochen gegen den Syrer nach Jugendstrafrecht.

Zudem wird der 19-Jährige für ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt. Der Arrest gilt wegen der Untersuchungshaft als verbüsst. Der Verurteilte kommt frei. Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft, die vier Wochen Arrest und zudem Freizeitarbeit gefordert hatten. Das Geld davon sollte an die Opfer gehen.

Der junge Syrer versteckt im Gerichtssaal sein Gesicht. Bild: Keystone/Paul Zinken
Der junge Syrer versteckt im Gerichtssaal sein Gesicht. Bild: Keystone/Paul Zinken

Laut Urteil hatte der Syrer den jungen Israeli mit einem Hosengürtel mehrmals geschlagen sowie auch dessen Freund beschimpft. Beide waren am 17. April im Stadtteil Prenzlauer Berg mit Kippa unterwegs. Der Israeli hatte die Schläge gefilmt und die Aufnahme ins Netz gestellt. Zu sehen ist, wie ein Mann wütend und hasserfüllt mit einem Gürtel auf den Filmenden einschlägt und auf Arabisch «Jude» ruft.

Angreifer fühlte sich «im Recht»

Der Flüchtling hatte die Schläge mit dem Gürtel zugegeben, in seinem Schlusswort aber die Tat bereut. Antisemitische Motive hatte er im Prozess bestritten. Er habe sich im Recht gefühlt, weil er zuerst beschimpft und beleidigt worden sei. Zudem habe er Drogen genommen.

Der junge Israeli sagte hingegen aus, er habe mit dem Angreifer kein Wort gewechselt. Der Student der Tiermedizin fühlt sich nach eigener Aussage bis heute unsicher in Berlin. «Ich würde die Kippa nicht wieder aufsetzen, wenn ich allein bin», sagte der 21-Jährige als Zeuge.

Der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Regierung, Felix Klein, begrüsste das Verdikt. «Das Urteil zeigt: Wer sich antisemitisch betätigt oder äussert, steht ausserhalb der Gesellschaft und muss mit den Konsequenzen des Rechtsstaats rechnen», sagte Klein am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP.

Die Attacke hatte über Deutschland hinaus Bestürzung und zugleich eine Welle der Solidarität ausgelöst. Der junge Israeli ist nach eigener Aussage nicht jüdisch, aber unter Juden aufgewachsen.

SDA/nag

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