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Australische Stadt Horsham verhängt Flutalarm

Die Wassermassen dehnen sich auf Städte aus, die bisher verschont blieben. Die australische Regierung spricht von der teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes.

Schwimmender Kran: Die Industriezone von Brisbane ist überschwemmt.
Schwimmender Kran: Die Industriezone von Brisbane ist überschwemmt.
Reuters
Der Wassserpegel in Südaustralien steigt: Kinder in den Strassen von Horsham (17. Januar 2011)
Der Wassserpegel in Südaustralien steigt: Kinder in den Strassen von Horsham (17. Januar 2011)
Keystone
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Die Überschwemmungen in Australien setzen sich im Südosten des Landes fort. Die Stadt Horsham mit 14'000 Einwohnern zwischen Melbourne und Adelaide verhängte am Montag Flutalarm. Der Fluss Wimmera drohte über die Ufer zu treten. Die Behörden stellten sich auf Hochwasser so schlimm wie seit 100 Jahren nicht mehr ein. 111 Häuser waren in unmittelbarer Gefahr.

«Der Fluss geht praktisch mitten durch das Stadtzentrum», sagte Bürgermeister Michael Ryan im Radio. «Alle Zuflüsse sind voll, alle Abflüsse sind voll, das Wasser kann nirgends hin.» Feuerwehr und Freiwillige hätten 45'000 Sandsäcke verteilt, um Häuser und Geschäfte zu schützen.

Schwere Regenfälle haben seit Anfang des Jahres zunächst vor allem den Bundesstaat Queensland weiter im Norden überflutet. Eine Fläche so gross wie Frankreich und Deutschland zusammen stand dort unter Wasser. In der Millionenstadt Brisbane wurden Tausende Häuser überflutet. In Queensland geht das Wasser seit Ende vergangener Woche langsam zurück.

Bisher teuerste Naturkatastrophe

Die Überschwemmungen in Australien dürften für den fünften Kontinent zum teuersten Naturdesaster aller Zeiten werden. Darauf stellte sich die Regierung am Montag ein. Und ein Ende der Überschwemmungen ist noch nicht in Sicht.

«Es sieht so aus, als ob dies wirtschaftlich gesehen die grösste Naturkatastrophe in unserer Geschichte wird», sagte Finanzminister Wayne Swan. «Der Wiederaufbau wird Jahre dauern.»

Im östlichen Australien stehen gigantische Landstriche unter Wasser, allein im Bundesland Queensland war es zeitweise eine Fläche so gross wie Deutschland und Frankreich zusammen. In der Millionenstadt Brisbane wurden 20'000 Häuser und Geschäfte überflutet.

Milliardenschäden

Die Schäden werden von Analysten inzwischen auf 20 Milliarden Australische Dollar (rund 19 Milliarden Franken) geschätzt. Darin sind noch nicht die hohen Kosten des Produktionsausfalls in den Bergwerken und auf den Bauernhöfen enthalten - und auch nicht die Ausfälle, die die Tourismusindustrie durch abgesagte Ferienreisen verkraften muss.

Queensland trägt ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung Australiens bei. Es wird Monate dauern, bis Obst- und Gemüseplantagen wieder laufen und die Bergwerke die Produktion wieder hochfahren können.

AFP/sda/miw

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